Dienstag, 9. August 2022
24.07.2022 06:00
Graubünden

Puschlav: Wolf folgt Person und knurrt sie an

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Von: mgt/har/blu

Die Grossraubtiere sorgen im Kanton Graubünden erneut für Aufsehen. Auf der Alp Grüm im Puschlav GR ist es am Morgen des 23. Juli 2022 zu einer Begegnung zwischen einem Wolf und einer Person gekommen, wie die Standeskanzlei Graubünden mitteilte.

Weiter hiess es in der Mitteilung, dass der Wolf dabei der Person während mehrerer Minuten auf kurze Distanz gefolgt sei und sie angeknurrt habe. 

Die Begegnung hat sich zwischen 8:00 Uhr und 9:00 Uhr ereignet. Die Person war alleine und ohne Hund unterwegs. Die Wildhut beurteilt die Situation vor Ort, um feststellen zu können, warum sich der Wolf dem Menschen aggressiv genähert hat.

Im Puschlav konnten in diesem Jahr bereits zwei verschiedene Wölfe identifiziert werden. Der Kanton ist mit der Gemeinde und mit dem Bund in Kontakt. Sobald die Umstände des Vorfalls geklärt sind, wird über das weitere Vorgehen entschieden.

Mutterkühe gerissen

Nach zwei Angriffen auf Kühe hatte der Kanton Graubünden den Abschuss von zwei Jungwölfen des Beverinrudels angeordnet. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) unterstützt den Abschuss der Jungwölfe. Das Ziel des Kantons bleibt die Entfernung des gesamten Beverin-Rudels und insbesondere der Abschuss des besonders auffälligen Vatertiers M92, von dessen Verhalten die Angriffe ausgehen.

Dieses Rudel hatte vergangene Woche am Schamserberg eine Mutterkuh angegriffen und so schwer verletzt, dass sie getötet werden musste. Das betroffene Tier befand sich auf einer Weide auf der Alp Nera. Der Hirt bemerkte den Vorfall. Drei Wölfe seien noch um die verletzte Mutterkuh gestanden, sagte Adrian Arquint, Amtsleiter für Jagd und Fischerei, gegenüber dem Radiosender «FM1».

Der erste Angriff ereignete sich einige Tag zuvor auf der Alp Nurdagn am Schamserberg. Die siebenjährige Kuh befand sich nach Angaben der kantonalen Behörden zusammen mit weiteren Artgenossen innerhalb eines eingezäunten Areals. Der Angriff sei eine «absolut neue Dimension», sagte Adrian Arquint gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Das Verhalten der Wölfe bereitet ihm grosse Sorgen. «Ein solches Verhalten haben wir letztes Jahr beispielsweise im Kanton Waadt (Red. Kasten unten) und auch im Ausland beobachtet aber nicht bei uns», so Arquint weiter.

Bauernverbände verlangen Abschuss des Rudels

Bauernverbände, landwirtschaftliche Organisationen und Politiker haben nach dem Angriff auf der Alp Nurdagn Notmassnahmen verlangt, unter anderem einen «Wolfs-Notstand». Der Bündner Bauernverband der Bündner ÄlplerInnen Verein machen sich «grosse Sorgen» um die Sicherheit der Älplerinnen und Älpler. Der Leitrüde M92 sei zusammen mit dem Rudel zu entfernen, lautet die Forderung des Bündner Bauernverbandes, von Mutterkuh Schweiz und die Arbeitsgemeinschaft Schweizer Rinderzüchter (ASR).

Für Mutterkuh Schweiz sind aber die grösste Unberechenbarkeit die Rinderherden selbst. Wegen den Angriffen seien diesen unruhig und würden teilweise gegenüber Wandernden und Älplern aggressiv reagieren. «Die Einschätzung des Bafu, wonach kein unmittelbarer Handlungsbedarf bestehe, ist ein Schlag in das Gesicht der Älpler und Bauernfamilien», kritisierte die ASR scharf. 

«Die Angriffe auf gealpte Nutztiere durch Wölfe nehmen eine neue Dimension an», teilte der Schweizer Bauernverband in einem Communiqué mit. Die exponentiell wachsende Wolfspopulation bringe exponentiell wachsende und für alle unübersehbare Probleme mit sich. Der Verband sieht die Alpwirtschaft in Gefahr.

Verhaltensregeln bei Begegnung mit Wölfen

Wölfe, die in freier Wildbahn aufwachsen und dort leben, sind nicht grundsätzlich gefährlich und meiden meist den Kontakt zu Menschen. Bei Begegnungen mit einem Wolf sollte man sich entsprechend den Empfehlungen des Amts für Jagd und Fischerei verhalten und die Beobachtung umgehend der Wildhut melden.

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27 Responses

    1. Ja genau richtig ! Es ist ja der Mensch der die Welt zerstört und nicht der Wolf. Endlich mal eine klare und richtige Einschätzung vom „Demokrat“ .

      1. Die Weltanschauung die sie haben Herr Wismer, entbehrt jeglichem gesunden Menschenverstand. Zu spassen ist mit solchen Vorfällen nicht mehr.

        1. Herr Wismer, oder Frau Wismer? Ist einerlei, kann so gut Dora sein, wie Daniel.
          An der Einschätzung der Kommentare ändert nichts.

  1. Bei unserer dichten Besiedelung, gibt es nicht nur Nutztiere, Älpler und Landwirte. Zu unseren, bis in die hintersten Winkel, des Bergebietes, erschlossenen Gefilde, gehören sehr viele Touristen . (Wanderer , Skifahrer, Bergsteiger, Campingplätze , usw. Es ist gar nicht mehr möglich, das der Wolf Jagdgebiete findet und Orte, wo er sich ungestört zurückziehen kann. Der Wolf gewöhnt sich an den Mensch und es ist nicht ausgeschlossen, das plötzlich eine Wandergruppe auf dem Speiseplan steht.

          1. Dürre, Zecken, Zunahme der Wolfspopulation. In grösseren Dimensionen, Verseuchung, der Weltmeere, mit Mikroplastik, Verschmutzung, der Luft, des Wassers und der Böden. Seuchen und Kriege. Lieblosigkeit, Habgier und Uneinsicht, des Menschen, alles, wie durch ein Präzisionsuhrwerk gesteuert.
            Wenn ich mich nicht irre, habe ich so etwas einmal in einem Buch gelesen.

    1. Der Mensch zerstört tausende von Tonnen Getreide ( Ukraine ) Wen muss man da wohl mehr fürchten Mensch oder Wolf ?
      Aber genau „Jakobs“ wie sie sind typisch: gegen oben nix gegen unten fix !

      1. Es gilt wieder einmal daran zu erinnern, dass wir uns hier im Fachorgan unserer Landwirtschaft, befinden. Beleidigungen und Anödereien, zeigen Schwäche und sind hier fehl am Platz.
        In erster Linie, sind hier die Probleme, mit dem Wolf,für die Land – und Alpwirtschaft, vordergründig
        Das Getreide in der Ukraine ist einanderes Thema.

        1. tja – wer die Zusammenhänge nicht sieht z.B.; ohne Import Dünger aus Russland sieht unsere Landwirtschaft bald mal anders aus…und vom russischen Uran für unsere – von der SVP favorisierten AKWs – sprechen wir schon gar nicht.
          Und zudem : gemäss Schweizer Bauer müssen jedes Jahr um die 7- 800 Betriebe aufgeben – wo sollten wir da die Prioritäten setzen ? Den landwirtschaftlichen Fokus in dieser Situation nur auf Meister Isegrim legen ? Grautiere muss man regulieren ( Stichwort Obergrenze )

          1. Damit wird nichts neues an den Tag gebracht und in Führungskreisen, der Landwirtschaft, sind wir uns das auch bewusst. Das ändert aber gar nichts an der gegenwärtigen Situation.Wenn es wirklich grössere Importschwierigkeiten gibt, dann wird es eng, die Schweizerbevölkerung zu ernähren. Da braucht es Fleisch und nicht Wölfe. Selbstversorger, mit Gemüse und ein paar Hühnchen, werden es nicht richten können.

  2. Der Wolf hat gar keine berechtiung .
    Das ist eine Zwängerei von Natur und Umweltverbänden und kostet uns Steuerzahler
    Über 40 Millionen Franken pro Jahr.
    Es wäre höchste Zeit die tragödie die der Wolf
    verursacht zu beenden.
    Das ist auch ein versagen des BAFU.

    1. Eine Mehrheit des Schweizer Volkes hat dies „vor kurzem“ an der Urne offenbar anderes gesehen. Auch das ist Demokratie- schon vergessen?

  3. Heute würde das SchweizerVolk
    Anders entscheiden nach den gräueltaten die der Wolf ständig verursacht und Millionen Steuergelder vernichtet.
    Es wäre höchste Zeit das dieWolfsbefürworter die kosten tragen
    müssten.

    1. wenn das für die Zukunft so gelten sollte okay- dann sollen aber bitte schön u.a. Raucher, Alkoholiker etc auch höhere Krankenkassen Beiträge bezahlen. Gemäss dem Verursacherprinzip

      1. Haben wir bei verschiedenen Krankenkassen schon. Wird aber als günstigere Prämien für Nichtraucher, bezeichnet. Gute Idee.

  4. Es ist nun mal so, erst wenn Wanderer oder Freizeitleute vom Wolf angefressen werden, werden die Bauern ein paar wenige Unterstützer haben, dass er wieder weg muss.

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