Montag, 23. Mai 2022
13.04.2015 17:18
Liechtenstein

FL: Behörden lassen fünf Biber töten

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

Die Liechtensteiner Behörden haben fünf Biber töten lassen. Die Nager hatten Dämme destabilisiert. Neue Lebensräume konnten nicht gefunden werden, weshalb die Tiere «Bibersofortmassnahmen» zum Opfer fielen.

Ende letzten Jahres entdeckten die Liechtensteiner Behörden, dass Biber in der Hochwasserschutzanlage in Schaan mehrere Löcher auf der Wasserseite des Dammes verursacht hatten. Zudem verstopften die Tiere das Auslaufwerk.

Dammstabilität nicht gewährleistet

Beide «Biberaktivitäten in Kombination» hätten bewirkt, dass die Dammstabilität nicht mehr habe gewährleistet werden können, teilten das Amt für Bevölkerungsschutz und das Amt für Umwelt am Donnerstag mit. Im Falle eines Dammbruchs wäre eine Eisenbahnlinie akut gefährdet gewesen. 18 Biberhöhlen wurden entdeckt, nachdem das Wasser aus dem Becken abgelassen worden war.

Ohne Wasser sahen die Biber offenbar keinen Grund mehr zum Bleiben und wanderten in die Hochwasserschutzanlagen der «Nendler Rüfe» ab. Weil dort ebenfalls mit Schäden am Bauwerk und einer Gefahrensituation gerechnet werden musste, fingen die Behörden die Tiere ein.

Kein besonderer Schutz

Lebensräume, welche ein erneutes Einwandern der Biber in Hochwasserschutzanlagen mit Sicherheit ausschliessen, fehlen laut Behördenangaben im Kleinstaat. Deshalb wurden die drei gefangenen Tiere getötet. Zwei weitere Biber wurden im Hochwasserschutzraum «Säga» in Triesen gefangen und getötet.

Biber sind in Liechtenstein nicht besonders geschützt. Die Tiere dürfen gemäss dem völkerrechtlichen Übereinkommen der Berner Konvention im Interesse der öffentlichen Sicherheit so bewirtschaftet werden, dass die Population in ihrem Bestand nicht gefährdet wird, wie die zuständigen Ämter schreiben.

120 Biber im Tal

Laut einem letztes Jahr durchgeführten «Bibermonitoring» leben etwa 120 Tiere im Alpenrheintal, das heisst in den Kantonen Graubünden, St. Gallen, im österreichischen Vorarlberg sowie im Fürstentum. Eine gezielte Entnahme von einzelnen Individuen gefährde den Bestand somit nicht.

Für die Liechtensteiner Behörden zeigen die Vorfälle, dass das Biberkonzept beim Hochwasserschutz laufend überarbeitet und dem aktuellen Kenntnisstand angepasst werden muss. Doch damit nicht genug: Der Biber wird die Monarchie am Rhein weiter beschäftigen. Laut Behördenangaben «arbeitet das Land an einem Biber-Gesamtkonzept, welches den Umgang mit dem Biber umfassend regeln soll».

Mehr zum Thema
Übrige Tiere

Gartenrotschwanz - Mathias Schäf Über 4000 Freiwillige haben in den letzten fünf Tagen in der Schweiz während einer Stunde Vögel im Garten oder in der Siedlung gezählt. Bei Birdlife Schweiz…

Übrige Tiere

«Lichtverschmutzung ist wahrscheinlich eine Hauptursache des globalen Artensterbens», sagt Chronobiologin Stefanie Monecke. - PDPhotos Angestrahlte Kirchen und Denkmäler, Flutlicht im Stadien und grelle Strassenbeleuchtung – die Menschen machen vielerorts die…

Übrige Tiere

Die heute weltweit in der Imkerei gehaltenen Rassen der Westlichen Honigbiene leben in einem Staat, der als Maximum etwa zur Sommersonnenwende 40'000 bis 60'000 Bienen beherbergt. - Pixabay «In der…

Übrige Tiere

Wölfe sind bei der Wahl ihrer Beute sehr anpassungsfähig, doch sie jagen hauptsächlich Huftiere. Der Wolf ist ein Hetzjäger und Opportunist: Er reisst Beute, wann immer sich eine günstige Gelegenheit…

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE