Donnerstag, 20. Januar 2022
21.05.2020 12:49
Basel-Stadt

Friedhof-Rehe vorerst nicht bedroht

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

Die Rehe auf dem Basler Friedhof Hörnli dürfen vorerst nicht abgeschossen werden. Dies gab die Fondation Franz Weber in einer Mitteilung bekannt, in der sie von einem ersten Etappensieg für die Rehe sprach. Definitiv gerettet sind diese indes nicht.

Seit Jahrzehnten leben auf dem grössten Friedhof der Schweiz Rehe. Weil deren Bestand in den letzten Jahren von 15 auf rund 25 Tiere angewachsen ist will ihn die für das «Hörnli» zuständige Basler Stadtgärtnerei dezimieren. Dafür braucht es eine Abschussbewilligung des Justiz- und Sicherheitsdepartement.

Woge der Emotionen

Seit die Abschusspläne bekannt sind, gehen die Emotionen weit über den Stadtkanton hinaus hoch. Tierschützer meldeten sich empört zu Wort, eine Petition wurde lanciert, und auch die Fondation Franz Weber und Helvetia Nostra schaltete sich ein, um die Rehe zu retten.

Am Auffahrstag vermeldete die Fondation Franz Weber einen Erfolg mit einer Rekursanmeldung. Diese richtete sich gegen die am 12. Mai von der Polizei erteilte Bewilligung zur Reduktion des Rehbestands auf dem Friedhof Hörnli. Laut der Stiftung hat das Basler Justiz- und Sicherheitsdepartement die Abschussbewilligung zum Abschuss von Rehen bis zum Ablauf der Rekursfrist «unpräjudiziell aufgeschoben».

Von Anfang an Rehe auf dem «Hörnli»

Konkret bedeutet das laut Stiftung, dass die Abschusspläne bis zum 20. Juni auf Eis gelegt sind. Nach Ansicht der Stiftung soll nun im Rahmen der nötigen rechtlichen Auseinandersetzung auch dringend ein «effektives Wildtiermanagement» entwickelt wird.

Rehe leben schon seit dessen Eröffnung 1934 auf dem Friedhof Hörnli. 2015 bezifferte die Regierung in ihrer Antwort auf einen Vorstoss aus dem Parlament den durch die Rehe an Pflanzen angerichteten Schaden auf 19’000 Franken. Zudem wurden zur Vergrämung des Wildes Massnahmen für rund 40’000 Franken getroffen. Inzwischen ist von Gesamtkosten von 100’000 Franken die Rede.

Waldfriedhof

Wie die Regierung vor fünf Jahren festgehalten hatte, sieht die kantonale Jagdordnung für den Friedhof Hörnli kein generelles Jagdverbot vor. Auf den Basler Friedhof werde jedoch grundsätzlich keine Jagd durchgeführt. Ein Abschuss von Wildtieren zur Vermeidung von Wildschäden sei derzeit kein Thema, schrieb die Regierung 2015.

Aus Sicht der Regierung ist der Friedhof Hörnli faktisch ein Waldfriedhof. Die Akzeptanz und die Sympathie, welche die Rehe bei der Bevölkerung geniessen hätten für sie einen «hohen Stellenwert», versichert die Exekutive in ihrer damaligen Interpellationsantwort.

Mehr zum Thema
Übrige Tiere

Viele Ausschussmitglieder zeigten sich besorgt über die Auswirkungen der zunehmenden Populationen grosser Raubtiere, insbesondere von Wölfen, auf die Viehwirtschaft. - zvg Vor dem Hintergrund der stetigen Ausbreitung des Wolfs und…

Übrige Tiere

Der Clownfisch - oder auch Anemonenfisch - kann sein Geschlecht ändern. - unsplash Während bei Säugetieren das Geschlecht durch die Gene bestimmt ist, sind Fische flexibler. Einige von ihnen, die…

Übrige Tiere

Dass es sich dabei um Hybriden von domestizierten und Wildtieren handelte, nahm die Forschung bereits an. - Symbolbild: Robert Schindler Im heutigen Aleppo in Syrien haben Forscher Knochen einer aussergewöhnlichen…

Übrige Tiere

Nur 3 bis 14 Populationen seien aus demografischer und genetischer Sicht über die nächsten 100 Jahre überlebensfähig, heisst es in der Forschungsarbeit. - wikipedia Flachlandtapire bevölkerten einst weite Teile der…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE