Montag, 18. Januar 2021
01.10.2014 07:10
Katzen

Früher wurden mehr Katzen gehalten

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Von: Susanne Meier

Die Bauern stehen in der Kritik, ihre Katzen nicht zu kastrieren und unerwünschte junge Kätzchen zu töten. Doch eine Umfrage des Schweizer Tierschutzes zeigt, dass auf den meisten Höfen früher mehr Katzen lebten. Was denken Sie darüber, liebe Leserinnen und Leser? Diskutieren Sie mit und stimmen Sie ab!

Laut dem «Beobachter» werden jährlich Tausende neugeborene Kätzchen ertränkt, erschlagen, vergast oder erstickt. Rund 100’000 kleine Kätzchen würden gemäss der Tierschutzorganisation Netap jährlich dieses Schicksal erleiden. Netap gehe auf die Bauern mit vielen Katzen zu und kastriere sie vergünstigt oder gratis. Für einige Bauern sei Kastration eine Selbstverständlichkeit. «Andere jagen uns mit wüsten Drohungen vom Hof», wird Netap-Präsidentin Esther Geiser im «Beobachter» zitiert. 

Interner Bericht

Neben Netap engagiert sich diesbezüglich auch der Schweizer Tierschutz (STS). «Der STS und seine Sektionen führen seit 15 Jahren Kastrationsaktionen durch», betont STS-Geschäftsführer Hansuli Huber, «jedes Jahr können 10’000 Katzen zu stark vergünstigten Tarifen kastriert werden.» Von dieser Aktion würden primär die Bauern profitieren, da von den aufgewendeten Kastrationszuschüssen von 300’000 Franken pro Jahr rund drei Viertel von Bauern abgerufen würden.

Trotzdem: Die Katzenpopulation durch Kastrationsaktionen stabil zu halten, ist ein Unterfangen, das nahezu aussichtslos ist wie Huber bedauert: «Damit die Katzenpopulationen nicht zunehmen, müssten 70 Prozent der Katzen kastriert sein. Mit unseren bisherigen Aktionen erreichen wir diese Zahl nicht.» Huber stützt sich bei seinen Aussagen auf einen internen STS-Bericht zur Nachhaltigkeit der Katzenkastrationsaktionen, der im August 2013 erschien.

Meist zum Mausen

Im Bericht hat Eva Waiblinger vom STS auch eine Umfrage unter 9500 Bauern durchgeführt, von denen 551 den Fragebogen zurücksendeten. Auf Bio- und IP-Höfen hielten 21 Landwirte ihre Katzen nur als Heimtier, 106 nur zum Mausen, 182 für beides. Zehn gaben an, die Katzen zusätzlich auch zum Verkaufen zu züchten. Auf konventionellen Höfen hielten elf ihre Katzen als Heimtier, 53 zum Mausen, 124 für beides, drei gaben an, die Katzen auch zum Verkaufen zu züchten. Als weitere Gründe wurden genannt: zum Gernhaben, für die Kinder, damit sie Vögel jagen oder zum Verschenken.

Von den Bio- und IP-Bauern hatten sieben keine Katzen, 23 eine Katze, 70 zwei Katzen, 120 drei bis fünf Katzen, 39 sechs bis zehn Katzen und vier mehr als zehn Katzen. Von den konventionellen Bauern hielten sieben keine Katzen auf dem Hof, 14 eine Katze, 34 zwei Katzen, 56 drei bis fünf Katzen, 19 sechs bis zehn Katzen und elf mehr als zehn Katzen, teils bis 35. Total wurden von den Bio- und IP-Bauern 994 Katzen gehalten, das macht im Schnitt pro Hof 2,9 Katzen. Die konventionellen Bauern, die an der Umfrage mitmachen, hielten total 608 Katzen, das macht im Schnitt pro Hof drei Katzen.  

Kastrieren wird bejaht

132 Bio- und IP-Bauern hielten früher mehr, 65 weniger Katzen. 84 konventionelle Bauern hielten früher mehr, 32 weniger Katzen. Als Gründe dafür, warum heute mehr Katzen gehalten werden, wurde zumeist die Vergrösserung des Betriebs genannt. Weniger Katzen halten die Bauern, weil sie sie kastrieren, weil Katzen sterben oder durch Unfälle ums Leben kommen, oder weil aus Hygienegründen nicht mehr so viele Katzen auf dem Hof sein sollen. 

371 der Befragten kannten auch die Katzenkastrationsaktionen des STS, 297 davon hatten sie selber schon genutzt. 133 hatten noch nie davon gehört. Das Kastrieren von Katzen fanden 486 Bauern eine gute Sache, 21 lehnten es ab. Als Grund für eine Ablehnung nannten sieben Bauern, es sei gegen die Natur, für fünf war es zu teuer, oder das Geld wurde dem Tierarzt missgönnt. Für acht Bauern sind kastrierte Katzen gesünder, anhänglicher und verträglicher. Drei fanden, es sei einfacher, eine neue Katze zu finden, als junge Kätzchen zu platzieren.

230’000 Kätzchen

Im Durchschnitt ist  laut STS-Umfrage mit 0,65 züchtenden Katzen pro Hof und mit 1,43 Würfen pro züchtender Katze pro Jahr zu rechnen. Hochgerechnet auf die Gesamtpopulation wären auf 60’000 Bauernhöfen etwa 39’000 züchtende Katzen zu finden und mit 1,43 Würfen pro züchtender Katze pro Jahr à vier bis fünf Kätzchen gäbe das jedes Jahr einen Zuwachs von 230’000 bis 280’000 Katzen auf Bauernhöfen in der Schweiz, davon die Hälfte Weibchen. sum

 

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