Sonntag, 29. November 2020
13.09.2020 06:00
Neuseeland

Lebendtiertransporte auf Prüfstand

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Von: AgE

Der Untergang des Tiertransportschiffes „Gulf Livestock 1“ Anfang September auf dem Weg von Neuseeland nach China mit 5800 Rindern und 43 Besatzungsmitgliedern an Bord hat in Neuseeland die Diskussion um ein Verbot der Lebendtierexporte neu angefacht.

Seit 2007 gilt bei den „Kiwis“ bereits ein bedingtes Verbot für die Ausfuhr von Rindern, Schafen, Ziegen und Hirschen zum Zweck der Schlachtung. Auf dem Unglücksfrachter befanden sich jedoch Kühe beziehungsweise Färsen, die zu Zuchtzwecken nach Asien geliefert werden sollten.

Das neuseeländische Landwirtschaftsministerium hat nach der Havarie umgehend sämtliche Lebendviehexporte untersagt. Nach verschiedenen Skandalen ist bereits im vergangenen Jahr von Landwirtschaftsminister Damien O’Connor eine Überprüfung der Standards im Handel mit lebenden Tieren in die Wege geleitet worden, die nach seinen Worten auch ein komplettes Ausfuhrverbot zum Ergebnis haben kann.

Resultate dieser Prüfung sollen allerdings erst nach der Parlamentswahl, die coronabedingt auf den 17. Oktober verschoben wurde, veröffentlicht werden. Dies stösst bei Grünen und Tierschützern auf Kritik, die nach dem tragischen Untergang des Schiffes jetzt vorgezogen Ergebnisse diskutieren und am besten den Lebendexport ganz verboten sehen wollen. Dem erteilte jedoch Premierministerin Jacinda Ardern von der Labourpartei eine Absage. „Ich werde das Ergebnis dieser Arbeit zu diesem Zeitpunkt nicht vorwegnehmen und die Rolle der Lebendausfuhren für das Land und die neuseeländische Industrie wie geplant später bewerten“, äusserte sie gegenüber der Presse. Dieses Thema sei schon vor der Schiffskatastrophe auf der politischen Agenda gewesen und werde nun abgeschlossen, um eine Einschätzung vorzunehmen.

Für Neuseelands Vize-Premierminister Winston Peters von der mitregierenden Partei New Zealand First, ist ein vollständiger Stopp der Viehexporte in der Zukunft nicht die richtige Antwort, denn diese seien für die Landwirtschaft wichtig. Auch die oppositionelle Nationalpartei äusserte sich mit Blick auf ein komplettes Exportverbot zurückhaltend. Deren Agrarsprecher David Bennett betonte, dass jetzt nicht die Zeit sei, jemanden die Schuld für das Unglück zu geben. Für eine Bewertung seiner Partei müssten erst die Untersuchungsergebnisse der Havarie und die der Untersuchung der Lebendexporte auf den Tisch.  

 

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