Mittwoch, 3. März 2021
21.01.2015 07:48
Forschung

Löwen-Embryos aus Keimzellbanken gezüchtet

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Von: sda

Berliner Forschern ist es erstmals gelungen, aus den Keimzellen gestorbener Afrikanischer Löwen Embryonen zu züchten. Das Team um Katarina Jewgenow vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) verwendete dazu eingefrorene Spermien eines schon vor zwei Jahren gestorbenen Löwen.

Die noch unreifen, aber kurz vor dem Eisprung stehenden Eizellen stammten aus den Eierstöcken einer gerade gestorbenen Löwin. «Neu daran war, dass es erstmals gelang, diese Eizellen vor der Befruchtung in vitro reifen zu lassen», erläuterte die IZW-Biologin Jennifer Zahmel der Deutschen Presse-Agentur. Das Verfahren, aus sogenannten Keimzellen- oder Gametenbanken Embryonen zu züchten, sei bei Hauskatzen bereits besser erprobt, aber für Wildkatzen noch recht neu.

Populationen auffrischen

«Gametenbanken können zur Lösung verschiedener Probleme der Erhaltungszuchtprogramme in Zoos beitragen», sagt die Biologin. Um die genetische Vielfalt zu erhalten und Inzucht zu vermeiden, müssten Tiere derzeit aufwendig zwischen den Zoos hin und her transportiert werden. Einfacher wäre es, Keimzellen und Embryonen auszutauschen.

Sogar Spermien männlicher Löwen aus freier Wildbahn könnten am narkotisierten Tier aus den Samenleitern entnommen werden: In die Zucht eingebracht, könnten sie die Populationen auffrischen, ohne dass die Tiere in Gefangenschaft müssten. «Allerdings müssen die Verfahren zur Lagerung und zum Einfrieren der Keimzellen noch verbessert werden», sagt Zahmel.

Vom Aussterben bedrohte Art retten

Afrikanische Löwen sind nicht vom Aussterben bedroht und vermehren sich auch in Gefangenschaft in grosser Zahl. Anders sieht es jedoch beim gefährdeten Asiatischen Löwen aus. «Wir hoffen, dass wir hier ähnliche Erfolge haben werden. Das könnte helfen, die vom Aussterben bedrohte Art zu retten», sagte Zahmel.

Das IZW hat eine der wenigen Gametenbanken weltweit – derzeit vor allem für Katzenarten. «Aber auch für andere grosse Raubtiere, Eisbären oder Pandas sind wir durchaus offen», so Zahmel. Die Forschungsgruppe veröffentlichten ihre Arbeit im Fachmagazin «Theriogenology».

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