Mittwoch, 25. November 2020
21.06.2017 10:12
Graubünden

Maikäferplage im Bündnerland

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In Valzeina GR wurden Engerlinge in Scharen entdeckt- rund 300 Stück pro Quadratmeter. Die Engerlinge fressen die Wurzeln der Gräser, was den Bauern einen Totalschaden der Wiesen verursachen kann. Bekämpft werden sie nun mit einem Pilz.

Im bündnerischen Valzeina sind tausende Maikäfer aus der Erde gekrabbelt. Weil eine Maikäferplage droht, haben die Bauern Hilfe beigezogen. Christian Schweizer, Insektenforscher an der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agroscope, beobachtet die Lage in Valzeina seit längerem. 300 Engerlinge fand Schweizer pro Quadratmeter. «Wenn nur zehn Hektaren betroffen sind, fliegen hier Millionen von Käfern» sagt er gegenüber srf.

Noch schlimmer sind die Nachkommen

Ausgewachsene Maikäfer richten Schäden an, welche als vernachlässigbar eingestuft werden. Viel schlimmer seien die Nachkommen. Wenn die nur ein Millimeter grossen Engerlinge in der Erde schlüpfen, machen sie sich unter den Wiesen über die Wurzeln der Gräser her. Bereits ab 20 Engerlingen pro Quadratmeter zeigen sich erst Schäden. Ein Jahr später wächst dann kaum mehr etwas. Christian Schweizer sagt: «dies kann für den Landwirt zu einem Totalschaden führen. Die Schadensumme kann sich auf bis zu 3000 Franken pro Hektare belaufen.»

Die Engerling-Plage hat sich vor allem in den Voralpen ausgebreitet. Zum Überleben brauchen sie unberührte Wiesen. In steilen Hängen, wo eine intensive Landwirtschaft kaum möglich ist, haben die Engerlinge eine wesentlich bessere Überlebenschance. Wenn aber Kühe über die Wiesen trampeln, sind die druckempfindlichen Engerlinge platt. 

Pilz Bekämpfung

Für die Bekämpfung der Maikäfer gibt es ein biologisches Mittel, einen Pilz. Dieser befällt ganz spezifisch nur Engerlinge und kommt natürlicherweise im Boden vor. Der Pilz wird auf Gerstenkörner aufgetragen, danach bringt der Bauer die mit Pilzsporen durchtränkten Körner mit einer Sämaschine auf die Wiesen. Sobald der Pilz im Boden ist, macht er sich über die Engerlinge her.

Christian Schweizer betont, dass dieses Vorgehen aber keineswegs das Ende der Maikäfer in Valzeina bedeute. Zirka 20 Prozent der Tiere würden überleben.

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