Dienstag, 18. Mai 2021
20.02.2020 11:12
Graubünden

Wenig scheue Wölfe überwacht

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Im vergangenen Jahr hat sich bei Obersaxen GR in der Surselva ein Wolfsrudel gebildet. Zur besseren Überwachung wurde ein Wolf mit einem GPS-Sender versehen. Mutterkuhhalter aus der Region haben Bundesrätin Simonetta Sommaruga um Hilfe gebeten.

Beim besenderten Wolf handelt es sich höchstwahrscheinlich um ein Tier des Valgronda Rudels, teilt der Kanton am Donnerstag mit. 

Wölfe vergrämt

«Nach mehreren Beobachtungen von Jungwölfen aus dem Rudel in Siedlungsnähe oder bei Bauernhöfen wurde es notwendig, die Bewegungen dieser wenig scheuen Wölfe genauer zu erfassen», heisst es weiter. Die genauen Ortungsdaten werden nicht öffentlich bekannt gegeben. Mit der Besenderung in unmittelbarer Nähe eines Landwirtschaftsbetriebs konnte auch gezielt eine Vergrämung vorgenommen werden. 

In der Surselva streifen mehrere Wölfe umher. Im vergangenen Jahr wurden dutzende Schafrisse verzeichnet. 2018 hat ein Wolf auf der behirteten Alp Gren bei Obersaxen zehn Schafe gerissen.

Mutterkuhhalter wenden sich an Bundesrätin

Im August 2019 wurden in der Gemeinde Obersaxen das vierte Wolfsrudel des Kantons Graubünden entdeckt. Zusammen mit den drei Jungtieren beobachtete ein Jäger zwei ausgewachsene Tiere. Das Einzugsgebiet dieses neuen Wolfsrudels dürfte das Gebiet vom Piz Mundaun bis zum Piz Nadels und die umliegenden Täler umfassen, teilte der Kanton in einem Communiqué mit. 

Im Januar 2020 sorgte ein Wolf für Schlagzeilen, als er über die Skipiste trottete. Definitiv beunruhigt waren die Bewohner von Obersaxen, als das Raubtier durch das Kinderland der Skischule Obersaxen spazierte. Aufgrund der wachsenden Wolfspopulation im Kanton müsse vermehrt mit Sichtungen in Siedlungsnähe gerechnet werden. 

Die Mutterkuhhalter aus Obersaxen sind beunruhigt. Im vergangenen Sommer gab es Angriffe vom Wolf auf ihre Nutztiere. Nun befürchten die Bauern wegen des Rudels im kommenden Sommer weitere Wolfsangriffe. In einem offenen Brief bitten sie Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga um Hilfe. Sie steht dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) vor, wo auch das Bundesamt für Unwelt (Bafu) angegliedert ist.

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