Mittwoch, 29. September 2021
15.07.2021 06:33
Italien

Wildschweine: Landwirte wollen Eindämmung

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Von: AgE

Italiens Landwirte, aber nicht nur sie, leiden immer mehr unter der grassierenden Wildschweinplage. Während das Land im Jahr 2010 schätzungsweise rund 500’000 Wildschweine zählte, sollen es heute etwa 2,3 Millionen sein.

Diese Zahlen nennt zumindest der mitgliederstärkste Landwirtschaftsverband Coldiretti. Allein im vergangenen Jahr habe sich die Anzahl der Tiere um 15% erhöht.

Gesellschaftliche Gefahr

Die coronabedingten Ausgangssperren hätten die Wildschweine ausserdem dazu gebracht, nicht nur auf den Äckern herumzuwühlen, sondern sich immer mehr bewohnten Gebieten zu nähern, so Coldiretti. Sogar mitten in Rom seien Wildschweine in der Nähe von Mülltonnen gesichtet worden. Das mache sie auch zu einer
gesellschaftlichen Gefahr.

So seien von den Tieren 2020 unzählige Verkehrsunfälle verursacht worden, bei denen 16 Menschen ums Leben gekommen und 215 verletzt worden seien. Schon vor der Pandemie hatte Coldiretti mit Protestaktionen die Politik aufgefordert, sich des Problems stärker anzunehmen.

Am 8. Juli wurde erneut für ein schärferes Wildschweinmanagement demonstriert, angesichts der sich verbreitenden Covid-19-Delta-Variante mit einem Flashmob in Rom, dem sich Flashmobs in ganz Italien anschlossen. Allein den durch Wildschweine in der Landwirtschaft verursachten Schaden beziffert Coldiretti auf gut 200 Mio. Euro (238 Mio. Fr.).

Waffenschein für Landwirte

Ein weiteres Problem stellen aus Sicht der Bauern die Wölfe dar, von denen es in Italien nach grober Schätzung
zwischen 1’500 und 2’000 Tiere geben soll. Beklagt wird, dass sich auch Wölfe während der Lockdowns bis an den Rand von Wohngebieten gewagt hätten. Mit Blick auf die Wildschweine forderte der Coldiretti-Vorsitzende Ettore Prandini die Möglichkeit für Landwirte mit Waffenschein, nach Genehmigung eines entsprechenden Antrags direkt gegen die Tiere vorgehen zu dürfen.

Zudem sollten Bauern Jäger mit der Tötung von Wildschweinen beauftragen dürfen. Besonders wichtig sei es auch, so Prandini, dass das Jagen der Wildschweine über das ganze Jahr erlaubt werde, «bis die Situation
wieder im Griff ist». Neben der Sicherheit der Landwirte und dem Schutz ihrer Felder gehe es hierbei auch um die Bevölkerung sowie die Nutztiere auf den Weiden und in den Ställen. Prandini gab schliesslich zu bedenken, dass Wildtiere auch Überträger von Krankheiten sein könnten.

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