Samstag, 25. September 2021
30.08.2016 16:28
Wallis

Wolf: WWF und Pro Natura abgeblitzt

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Von: Samuel Krähenbühl

Das Walliser Kantonsgericht zwei vom WWF und von Pro Natura gegen den Staatsrat eingereichte Beschwerden betreffend Rechtsverweigerung und Entzug der aufschiebenden Wirkung abgewiesen. Das berichtet der «Walliser Bote».

Am 14. Juni 2016 erteilte der Walliser Staatsrat nach über 50 gerissenen Nutztieren im Augstbord-Gebiet die Bewilligung zum Abschuss eines einzelnen Wolfs in der erwähnten Region. Zwar gelang es den Wildhütern nicht, den Wolf binnen der gesetzlich vorgegebenen Frist von 60 Tagen abzuschiessen.

Trotzdem könnten die Geschehnisse weitreichende Folgen haben, so der «Walliser Bote». Wenige Tage nach der Abschussverfügung gelangten der WWF Schweiz und Pro Natura am 17. Juni mit dem Begehren an die Regierung, die Abschussverfügung aufzuheben, der Verfügung per sofort die entzogene aufschiebende Wirkung wieder zu erteilen und die Wildhüter, die mit der Wolfsjagd im Augstbord-Gebiet beschäftigt seien, zurückzuziehen.

Mit Entscheid vom 4. Juli wiesder Walliser Staatsrat das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ab. Die Beschwerde gegen die Abschussbewilligung als solche ist bisher vom Staatsrat noch nicht behandelt worden. Den Entscheid des Staatsrats vom 4. Juli fochten die Beschwerdeführer am 18. Juli beim Kantonsgericht ebenfalls an.

In seinen Erwägungen anerkennt das Kantonsgericht wohl das Interesse der Umweltverbände am Wolfsschutz, stellt aber gleichzeitig fest, dass in Anbetracht der grossen Schäden, welche die Wölfe zum Zeitpunkt des Entscheids in der Augstbord-Region bereits angerichtet hatten, und der erheblichen Gefährdung von weiteren Nutztieren das Interesse am Abschuss entsprechend gross sei.

In der Frage der Interessenabwägung halten die Richter auch fest, dass gerissene Nutztiere entgegen der Ansicht der Umweltverbände für die Nutztierhalter nicht bloss zu wirtschaftlichen Nachteilen führen. Schafe und Ziegen würden nicht bloss Wolle, Fleisch, Milch usw. liefern, sondern es komme ihnen auch eine grosse Bedeutung bei der Alpbestossung und damit der Landschaftspflege zu. Würden diese oft schwer zugänglichen Alpen nicht mehr geweidet, seien diese zur Vergandung verurteilt.

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