Samstag, 12. Juni 2021
23.04.2021 11:02
Wolf

Wolfspopulation über Wilddichte steuern

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Von: sda/blu

Die hohe Wilddichte in der Schweiz ist verantwortlich für die grosse Wolfspopulation hierzulande, stellt die Gruppe Wolf Schweiz fest. Die Wurfgrössen der Rudel und die hohe Überlebensrate bewiesen die ausgezeichneten Lebensbedingungen in der Schweiz.

Die Wolfspopulation in der Schweiz wachse und auch in diesem Jahr sei mit der Bildung neuer Rudel zu rechnen, stellt die Gruppe Wolf in einer Mitteilung vom Freitag weiter fest. Für die Grösse der Wolfspopulation sei die Zahl der Beutetiere massgebend. Nur einen geringen Einfluss habe hingegen die Besiedlungsdichte durch den Menschen.

Schalenwilddichte reduzieren

Laut der Gruppe Wolf Schweiz ist die Wilddichte in der Schweiz ausgesprochen hoch. Im Kanton Graubünden sei diese beispielsweise mehr als dreimal so hoch wie im Yellowstone-Nationalpark in den Vereinigten Staaten oder auch in Schweden.

Eine höhere Wolfsdichte hierzulande entwickle sich daher «auf völlig natürliche Art und Weise». Wer das Wachstum der Wolfspopulation bremsen wolle, müsse zu einer deutlichen Reduktion der Schalenwilddichte (Reh, Gämse, Hirsch) bereit sein. Die hohe Wilddichte führe zudem zur «existentiellen Bedrohung von mehreren wichtigen heimischen Baumarten im Wald». Die Bissschäden gefährden laut Mitteilung die Funktion des Waldes als Schutzwald im Berggebiet und seine Widerstandsfähigkeit im Klimawandel.

9 Rudel

«Die grossen Wurfgrössen der Wolfsrudel (Wurfgrössen bis neun Welpen) und die hohe Überlebensrate (keine Jungtier -Verluste in einigen Rudeln bis zum Herbst) bezeugen die hervorragenden Lebensbedingungen für den Wolf in der Schweiz», schreibt die Organisation. Vermehrte Regulierungsabschüsse würden kaum Änderungen herbeiführen, da der Wolf mit seiner Anpassungsfähigkeit und hohen Reproduktionsrate Verluste rasch ausgleichen könne. Der Schlüssel zur Steuerung der Wolfsbestände sind nicht Wolfsabschüsse, sondern ist die Regulierung der Schalenwildbestände.

Laut früheren Angaben der Gruppe Wolf Schweiz gab es im biologischen Jahr 2019/20 (1. Mai 2019 bis 30. April 2020) in der Schweiz mindestens sechs reproduzierende Wolfsrudel, bei drei weiteren war der Status unklar. Im laufenden biologischen Jahr 2020/21 (1. Mai 2020 bis 30. April 2021) könnten aktuell mindestens neun Rudel bestätigt werden. Fünf reproduzierende Rudel gibt es in Graubünden, zwei im Kanton Wallis und je eines im Kanton Waadt und Glarus.

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3 Responses

  1. Immer das gleiche alte Lied: Mach die Opfer zu den Taetern!!!!!Dann kannst alles rechtfertigen.In diesem Fall einmal mehr ,nur ein toter Hirsch ist ein guter Hirsch!

  2. Sehr schlaue Idee der ‚Gruppe Wolf‘! Einfach die Wilddichte reduzieren, dann gibt’s auch weniger Wölfe???
    Ohni es wär de nüd! 😉
    Bevor in der Schweiz die Anzahl Wölfe zurück geht, müsste man aber noch grosse Gebiete entvölkern und den Rest gut einzäunen, denn sonst gibt es für die Wölfe immer was zu holen… Bei einer Reviergrösse von 150 – 200 km2, treffen diese immer wieder auf besiedeltes Gebiet und somit auf Beute. Der Yellowstone-Nationalpark ist wohl nicht mit der Schweiz vergleichbar.

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