29.11.2018 18:36
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Wolf soll Gärtner attackiert haben
In Deutschland sorgt der Wolf derzeit für hitzige Diskussionen. In Bülstedt in der Nähe von Bremen wurde ein Gärtner von einem Wolf in die Hand gebissen. Es wäre der erste Angriff auf einen Menschen seit der Rückkehr der Tiere nach Deutschland. -> Mit Video

Der Vorfall ereignete sich am Dienstagvormittag am Friedhof des Bülstedter Ortsteils Steinfeld, einem kleinen Dorf etwa 35 Kilometer nordwestlich von Bremen. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, wurde der Gemeindearbeiter bei der Pflege einer Grünanlage am Friedhof von einem Wolf gebissen. Der 55-Jährige kniete während der Arbeiten am Zaun und fasste mit seiner Hand nach hinten. 

Er habe sich umgeblickt und einen Wolf erkannt, der nach seiner Hand geschnappt hatte, sagte der Mann gegenüber der Polizei. Drei weitere Wölfe haben gemäss dem Gärtner dem Treiben zugeschaut. Dem 55-Jährigen gelang es, die Raubtiere zu vertreiben. Direkte Zeugen für den Vorfall gebe es nicht.

Anschliessend begab sich der Mann in ärztliche Pflege. Der Arzt meldet die Unterarmwunden den Behörden. Das Umweltministerium bestätigte den mutmasslichen Angriff am Mittwoch. Wenn die Schilderungen zuträfen, habe damit erstmals im Bundesland Niedersachsen ein Wolf einen Menschen attackiert, so das Ministerium. Der Angriff wird von den Behörden untersucht. So sollen DNA-Spuren sichergestellt werden.

Gemäss dem Ortsbürgermeister grenzt der Friedhof an ein Moor. Dort wurden bereits einige Male Wölfe beobachtet. In Niedersachsen gibt es nach Angaben des Umweltministeriums 20 Wolfsrudel mit insgesamt 170 bis 180 Tieren. Das Bundesland diskutiert, inwiefern nicht nur auffällige Problemwölfe abgeschossen werden sollen, sondern die Tiere generell wieder ins Jagdrecht aufgenommen werden können. Weidetierhalter beklagen, dass Wolfsattacken auf ihre Tiere zunehmen.

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