15.07.2018 14:26
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Spanien
42 Verletzte bei acht Stierrennen
Bei den diesjährigen Stierrennen im nordspanischen Pamplona sind insgesamt 42 Läufer ins Spital gekommen. Zwei von ihnen seien von Kampfbullen auf die Hörner genommen worden, die 40 anderen hätten grösstenteils wegen Prellungen behandelt werden müssen, berichtete die Nachrichtenagentur Europa Press am Sonntag.

Bei der achten und letzten Stierhatz des traditionsreichen Sanfermines-Festes seien am Samstag sieben Verletzte ins Spital gebracht worden, teilte das Rote Kreuz mit. Besonders bange Momente gab es zum Abschluss des Spektakels, als ein Franzose von einem Bullen am Halstuch erwischt und mehrere Meter mitgezerrt wurde. Der 27-Jährige und die sechs weiteren Verletzten wurden alle in Spitäler gebracht.

Die Stierläufe von Pamplona verliefen in diesem Jahr relativ glimpflich. Auch die zwei aufgespiessten Teilnehmer trugen keine schweren Blessuren davon. 

Mutproben mit Stieren

Ein 38-jähriger Spanier, der vor einer Woche beim ersten Rennen am Bein und am Gesäss von einem Horn erwischt worden war und eine sechs Zentimer lange Wunde erlitten hatte, wurde am Freitag aus dem Spital entlassen. Am Freitag war zudem ein 19-jähriger Spanier an der linken Achselhöhle aufgespiesst worden.

Jedes Jahr werden in Pamplona acht Tage lang am Morgen jeweils sechs zum Teil über 600 Kilogramm schwere Kampfbullen und auch mehrere Leitochsen von Hunderten Männern und einigen wenigen Frauen für die Stierkämpfe am Abend durch die engen Gassen in die Arena gejagt.  Bei den Mutproben der Läufer über die 875 Meter lange Strecke werden jedes Jahr Dutzende verletzt. Das letzte Todesopfer gab es im Jahr 2009.

190'000 Unterschriften gegen Stierkämpfe

Tierschützer sorgen sich nicht um die Läufer, sondern um die Stiere, die am Abend in der Arena getötet werden. Auch dieses Jahr protestierten Aktivisten gegen die Veranstaltung, die inzwischen auch in Spanien umstritten ist. 

Man wolle, dass mit den öffentlichen Geldern, die für Stiertreiben und -kämpfe ausgegeben werden, «positive Werte gefördert werden, und nicht der Spass an der Beobachtung der bis zum Tod gefolterten Tiere», sagte die Spanien-Präsidentin von AnimaNaturalis, Aida Gascón. Knapp 190'000 Menschen hatten bis zum Wochenende eine Petition der Gruppe für das Ende der Stierkämpfe in Spanien unterstützt.

Dennoch lockt das Fest weiter Tausende Touristen aus aller Welt an, vor allem aus Europa, Australien und den USA. Über Pamplona schrieb der US-Schriftsteller Ernest Hemingway in seinem ersten grösseren Roman «Fiesta» (1926).

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