30.09.2016 12:22
Quelle: schweizerbauer.ch - Anja Tschannen
Freiberger
6400 Franken für Freibergerfohlen Melodie BW
An der ersten Freiberger Fohlenauktion im Nationalen Pferdezentrum (NPZ) von vergangenem Wochenende in Bern kamen 19 Freibergerfohlen unter den Hammer. Am Schluss des Auktionsabends wechselten neun Fohlen die Besitzer. Die Preisspanne bei den verkauften Freibergerfohlen lag zwischen 2200 bis 6400 Franken.

Stutfohlen Melodie BW (Neverland/ Harkon) von Bernhard Wüthrich aus Rubigen BE war die Überfliegerin der gesamten Auktion. Die Arbeit von Auktionator Andreas Aebi, nämlich die Stimmung anzuheizen und potenzielle Käufer hungrig zu machen, erübrigte sich für einen kurzen Moment.

"Fohlen des Jahres 2016" verkauft

Als die kleine Braune den Ring betrat, begannen sich die Preise zu überschlagen. Aebi betitelte die Stute zurecht „als das Beste vom Besten.“ Der Preis kam schlussendlich bei 6400 Franken zu liegen. Dass gerade Melodie den Höchstpreis erzielte, überrascht nicht.

Erst eine Woche zuvor wurde sie an der Fohlenschau im Rahmen des Equus Helveticus in Avenches VD zum Fohlen des Jahres 2016 erkoren. Die Neverland-Tochter ist mit den Punkten 9/8/9 bewertet. „Melodie ist ein Versprechen für Zucht und Sport“, heisst es im Beschrieb des Auktionenkatalogs.

Ihre Mutter Micha (Harkon-Hakim) ist in der Klasse A Elite Sport eingetragen, sie brachte bisher 7 Fohlen mit 23 oder mehr Punkten zur Welt. Sie ist auch die Mutter von Zuchthengst Never BW.

Zukünftiger Freiberger Schimmel zum Verkauf

Das zum zweithöchsten Preis verkaufte Fohlen stammte ebenfalls aus der Zucht von Bernhard Wüthrich. Der braune Hengst Noah BW (Never BW/Vulcain) wurde für 4000 Franken verkauft. Sein Vater Never BW stammt übrigens aus demselben Stall wie der ausdruckstarke Noah (8/7/8).

Für das fast gleichnamige Hengstfohlen Noah PBM (Nino F.W/ Libero) von Züchter Werner Pfister aus Maisprach BL waren die Interessenten ebenfalls bereit 3700 Franken zu bezahlen. Das Besondere an dem dunkelbraunen Noah PBM ist neben seinem Ausdruck seine künftige Fellfarbe. Er wird später ganz weiss und wie seine Mutter auch, zu einem Schimmel werden.

"Wir wollen eine seriöse Auktion"

„Für Spitzenqualität und Spezialitäten wie Noah PBM sind Käufer bereit, sehr gute und über dem Marktniveau liegende Preise zu bezahlen“, sagt OK-Präsident Werner Ulrich. Die Preisspanne bei den neun verkauften Fohlen lag zwischen 2200 bis 6400 Franken.

Für durchschnittliche Fohlen sei an der Auktion selber weniger Interesse vorhanden gewesen. Ulrich ist aber überzeugt, dass nach der Auktion der eine oder andere Handschlag im Stall stattgefunden hat. „Uns ist es wichtig, eine seriöse Auktion zu veranstalten“, betont Ulrich. Konkret heisst das: Die Fohlen, die im Ring verkauft werden, sollen auch tatsächlich zum gebotenen Preis den Besitzer wechseln.

Schauprogramm sorgt für Stimmung

Diese angestrebte Linie wollen die Veranstalter möglichst auch im nächsten Jahr, bei der zweiten Freiberger Fohlenauktion, weiterführen. Die Veranstalter bemühen sich, möglichst gute Fohlen zu präsentieren. „Wir wollen mit der Fohlenauktion den Züchtern helfen, ihre Fohlen zu verkaufen und gleichzeitig Werbung für das Freibergerpferd machen“, erklärt Ulrich.

Werbung wurde am Auktionsabend im grossen Stil betrieben. Der Auktion, die übrigens im Rahmen der dreitägigen Schweizermeisterschaft im Gespannfahren stattfand, ging ein gut einstündiges, abwechslungsreiches Showprogramm voraus. Hengste aus allen Hauptblutlinien wurden vom Nationalgestüt vorgestellt, die Marathonsieger erhielten tosenden Applaus in der Reithalle, Nachwuchsfahrer zeigten ihr Können und schlussendlich wurden die Schweizermeister des National FM geehrt.

„Ich bin zufrieden, es war eine gute Schau und eine gute Auktion, das Publikum hat mitgemacht und für Stimmung gesorgt“, fasst Ulrich den Auktionsabend zusammen.

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