25.06.2018 07:32
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Italien
Abschussdekret: Mega-Schadenersatz
Mit scharfer Kritik hat der Südtiroler Bauernbund (SBB) auf das Urteil des Rechnungshofes in Rom reagiert, wonach Alt-Landeshauptmann Luis Durnwalder und Ex-Amtsdirektor Heinrich Erhard wegen der Freigabe mehrerer Tierarten zum Abschuss Schadenersatzzahlungen leisten müssen.

Wie der Landesbauernverband der autonomen norditalienischen Region am Dienstag vergangener Woche erklärte, hält er das Urteil für „total überzogen, unverständlich und absolut weltfremd“. Durnwalder und Erhard hatten zwischen 2010 und 2014 mehrere Tierarten, darunter Murmeltier und Dachs, per Dekret zum Abschuss freigegeben. 

Die Schadenersatzsumme beläuft sich dem SBB zufolge auf jeweils 568'125 Euro (654'700 Fr.). Sie werde mit dem entstandenen Schaden für den Staat begründet. Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler betonte, dass durch den Abschuss kein Schaden entstanden sei, sondern vielmehr Schäden verhindert worden seien. Immer wieder gebe es in der Berg- und Almwirtschaft Probleme, besonders mit den Murmeltieren. 

Wenn sie sich unkontrolliert vermehrten und ausbreiteten, sei an eine Bewirtschaftung der Bergwiesen nicht mehr zu denken. Durch die Löcher und Gänge bestehe Verletzungsgefahr für Weidetiere und Bewirtschafter. Auch würden die Murmeltiere Almhütten untergraben und so deren Statik gefährden. Das Urteil des Rechnungshofes zeige, dass man in Rom „die Südtiroler Realität“ nicht kenne, so Tiefenthaler.

Der SBB ist überzeugt, dass das Urteil in der nächsten Instanz „vom Tisch gefegt wird“ und sowohl der Alt-Landeshauptmann als auch der Ex-Amtsdirektor freigesprochen werden.

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