18.09.2013 11:02
Quelle: schweizerbauer.ch - Brigitte Weidmann
Fischzucht
Am Strickhof schwimmen schon bald Fische
Einmal mehr lässt der Strickhof auf seinen Slogan «traditionell offen» hin Taten folgen, diesmal indem er sich am innovativen EU-Projekt «Aquavet» beteiligt. Bei diesem Projekt geht es darum, eine Lerneinheit zu erarbeiten, um damit Aquaponic-Farmer auszubilden.

«Aquaponic ist ein Kreislaufsystem, um das Wasser mit den Ausscheidungen der Fische über Pflanzen, u.a. auch Gemüse, zu reinigen und die Nährstoffe zu nutzen», erläutert Roger Bolt, Tierzuchtlehrer und Aquaponic-Projektleiter am Strickhof.

Praxisorientierte Ausbildung

Anfangs September hat nun am Strickhof in Wülflingen Aquaponic Einzug gehalten: Nach der Lieferung der einzelnen Bestandteile wurde die Aquaponic-Anlage im Gewächshaus in Winterthur-Wülflingen installiert, inklusive Fischbecken. Als Teilprojekt von Aquavet wird das Strickhof Aquaponic-Projekt durch EU-Projektfördergelder finanziert. Aquavet läuft von Oktober 2012 bis Oktober 2014. Nebst dem Projektleiter Roger Bolt arbeiten die Strickhof Mitarbeitenden Patrik Birrer, Leiter des Ausbildungs- und Versuchsbetriebs in Wülflingen, Felix Arnold und Johann Kling, die beide Gemüsebau unterrichten, am Strickhof Aquaponic-Projekt mit. Zudem schreibt eine Studentin von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) eine Semesterarbeit, mit dem Ziel, Lerneinheiten für die Aquaponic-Farmer-Ausbildung zu erstellen. Dabei werden angehende Agrotechniker der Höheren Fachschule beim Test dieser Lerneinheiten eingebunden.

Fisch - bald ein landwirtschaftliches Produkt?

Zuerst gilt es nun, die Becken der Anlage mit Wasser zu befüllen und das ganze Kreislaufsystem der Anlage funktionstüchtig zu machen. Gegen Ende November sollen bereits Tilapia-Fische im 20 Grad warmen Beckenwasser schwimmen. Tilapia gehören zu den Buntbarschen und können vegetarisch ernährt werden. Dies stellt einen grossen Vorteil gegenüber den Salmoniden oder forellenartigen Fischen wie Forellen oder Saiblingen dar, die Raubfische sind und folglich als Futter kleine Fische, also auch tierisches Eiweiss, brauchen. «Unser Strickhof Ziel ist es, ein Standbein im Aquaponic-Bereich zu haben, so wie die ZHAW», sagt Roger Bolt abschliessend. «Wir wollen genau wissen, wie das Kreislauf-System funktioniert und wie viel Fisch und Gemüse wir auf wie viel Fläche produzieren können», so der Projektleiter weiter. Nicht zuletzt gehe es auch darum, Bestrebungen zu unterstützen, aus dem Fisch, rechtlich gesehen, ein landwirtschaftliches Produkt zu machen.

 

www.strickhof.ch

www.iunr.zhaw.ch/aquavet

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