12.05.2016 17:32
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Hofdünger
Ammoniak: Anreize zur Reduktion wirken kaum
Gülle und Mist enthalten Ammoniak, das Pflanzen und Böden schädigen kann. Die Schweizer Landwirtschaft produziert zu viel davon. Obwohl die Bauern in den letzten Jahren fast 100 Millionen Franken erhalten haben, sei gemäss Bundesrat kaum Besserung in Sicht.

Nicht mehr als 25'000 Tonnen Ammoniak sollte die Landwirtschaft in die Umwelt entlassen. 2008 waren es 49'000 Tonnen, 2013 immer noch 47'000 Tonnen. Die Subventionen, die für die Verbesserung der Situation eingesetzt wurden, zeigten damit kaum Wirkung.

Zwischen 2008 und 2014 hatte der Bund rund 80 Millionen Franken für Massnahmen zur Reduktion des Ammoniakemissionen ausgegeben, wie der Bundesrat in der Antwort auf eine Interpellation der Berner GLP-Nationalrätin Kathrin Bertschy schreibt. Damit wurden unter anderem die Abdeckung von Güllenlagern oder Ausbringverfahren für Hofdünger unterstützt, bei welchen weniger Emissionen entstehen. Die Kantone finanzierten Projekte im Umfang von 21 Millionen Franken.

Die Akzeptanz emissionsarmer Ausbringverfahren für Gülle habe dank staatlicher Förderung stark zugenommen, schreibt der Bundesrat. Gleichzeitig hält er fest, dass die Ziele ohne zusätzliche Massnahmen wohl nicht erreicht werden könnten. Ein Grund dafür ist die intensive Tierhaltung. Der Bundesrat erinnert daran, dass sich der Tierbestand aufgrund der Agrarpolitik 2014-2017 rückläufig entwickeln sollte.

Bertschy kritisiert in ihrer Interpellation stark überhöhte Tierbestände und steigende Futtermittelimporte. Die kritischen Grenzwerte würden massiv überschritten. Bezogen auf die Fläche erreiche die Schweiz weltweit Spitzenwerte.

Nach Angaben des Schweizerischen Bauernverbands steht ein verbessertes Tierwohl unter Umständen im Widerspruch zu den Umweltzielen der Landwirtschaft. In Freilaufställen, in welchen die Tiere immer ins Freie könnten, sei die Emission von Ammoniak grösser als in Anbindeställen, sagte Fabienne Thomas, Expertin für Energie und Umwelt des Bauernverbands, auf Anfrage der sda.

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