21.12.2016 06:43
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Gesundheit
Antibiotika-Gel verhindert Borreliose
Ein Gel auf Basis des Antibiotikums Azithromycin hilft dabei, nach einem Zeckenstich die Entwicklung einer Lyme-Borreliose zu verhindern. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie mit Schweizer Beteiligung, die nun im Journal «The Lancet Infectious Diseases» veröffentlicht wurde.

Insgesamt wurden 1000 Patienten mit einem frischen Zeckenbiss innerhalb von 72 Stunden nach erfolgtem Biss mit dem Antibiotika-Gel behandelt. Studienleiter Bernd Jilma von der Medizinischen Universität Wien: «Keiner der Probanden entwickelte eine Lyme-Borreliose.» In der Kontrollgruppe, die ein Placebo erhielt, kam es hingegen zu sieben Borreliose-Fällen.

Der Vorteil des Gels: Es ist nebenwirkungsfrei und könnte, so die vielversprechenden Ergebnisse, daher auch bei Kindern eingesetzt werden. Die Therapie ist zudem ganz einfach: Drei Tage lang muss das Gel alle zwölf Stunden aufgetragen werden. «Dadurch werden die Borrelien abgetötet», erklärt Jilma. In der Schweiz gibt es laut dem Bundesamt für Gesundheit BAG pro Jahr rund 10'000 neue Fälle von Lyme Borreliose, in Westeuropa sind es über 200'000 neue Infektionen mit der weltweit häufigsten Zecken-Infektionskrankheit.

Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann die Infektion die Gelenke, das Herz und das Nervensystem des Menschen angreifen und schwere Komplikationen verursachen. Laut BAG sind in der Schweiz rund 5 bis 30 Prozent, stellenweise sogar bis zu 50 Prozent der Zecken mit dem Erreger Borrelia burgdorferi infiziert. An der Phase II/III-Studie, der für den möglichen klinischen Einsatz nun noch eine Belegstudie folgen muss, waren auch Mediziner aus Zürich und aus Deutschland beteiligt. Das Antibiotika-Gel wurde vom Schweizer Unternehmen Ixodes AG entwickelt, das auch die Studie finanzierte.

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