13.08.2015 07:04
Quelle: schweizerbauer.ch - Anja Tschannen
Jura
Appenzeller werden eingespannt
«Appenzellerland Magnifique» lautete das Motto des diesjährigen Marché-Concours in Saignelégier. Rund 45000 Besucher bewunderten den farbenfrohen Auftritt der Gastkantone und verfolgten die Rennen.

Imposant,  und durch eine dicke Rauchwolke rollt das grosse Gefährt heran. Ein riesiger Baumstamm auf einem bekränzten Wagen wird sichtbar. An seinem hinteren Ende ein Aufrichtebäumchen, an dessen Zweigen farbige Nastücher flattern. Vor dem Bäumchen sitzt rittlings ein Schmied und hämmert auf einen hell klingenden Amboss. Direkt vor ihm raucht ein Ofen, der mit Reisig gefüttert wird. 

Von Männern gezogen

Auf dem vorderen Ende des Stammes steht ein fasnächtlicher Fuhrmann mit einer ellenlangen Zipfelmütze und schwingt eine Peitsche. Hinter ihm sitzen zwei Musikanten mit Blasinstrumenten. Doch am meisten staunt man über das Gespann, das den Baumstamm über die grosse Rennbahn zieht. Nicht etwa stolze Pferde aus dem Appenzellerland.

Nein, rund zwei Dutzend stramme Appenzeller Mannen sind paarweise eingespannt. Bei diesem ungewöhnlichen Anblick handelt es sich um das sogenannte Bloch – einen eigenartigen Fasnachtsbrauch. In einem Umzug wird ein Baumstamm durch mehrere Dörfer gezogen. Die Zugmannschaft stellt mit ihrer Kleidung und Ausrüstung Berufe dar, die etwas mit Holz zu tun haben.

400 Appenzeller im Jura

Pferd, Tradition und Brauchtum standen beim Auftritt der beiden Gastkantone im Mittelpunkt. Am Festumzug nahmen rund 80 Pferde aus dem Kanton Appenzell teil. Davon elf Gespanne, zwei Freiberger-Zucht-Familien, drei Reitverein-Delegationen, drei Offroad-Kjöring-Teams und  eine 16er-Quadrille.

Einheimische Blasmusiken, Trachtenfrauen und Silvesterchläuse sorgten für Staunen. Über 400 Appenzellerinnen und Appenzeller präsentierten ihren Kanton im Jura.

Geheimnis hat Löcher

Dabei setzen die beiden Kantone ganz auf das gelebte Brauchtum. Natürlich durfte auch der Appenzeller Käse nicht fehlen. Genau wie der Jura hüte auch das Appenzellerland sein Käsegeheimnis.

Der Jura habe es besser, denn der Käse «La vache qui rit» habe keine Löcher. «Unser Geheimnis hingegen hat unlängst Löcher bekommen», heisst es in einer Mitteilung der Organisatoren. Der Verräter dabei sei Agroscope.

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