4.03.2014 07:55
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Artbildung durch Konkurrenz
Konkurrenz um Brutplätze führt dazu, dass grosse und kleine Individuen einer Buntbarschart fast vollständig getrennt leben. So entstehen daraus wohl zwei neue Arten, wie Forscher des Naturhistorischen Museums Bern nun zusammen mit britischen und japanischen Kollegen berichten.

Schneckenbuntbarsche leben im Tanganjikasee in Ostafrika und legen getreu ihrem Namen ihre Eier gerne in Schneckengehäusen ab. Allerdings sind bei der Art Telmatochromis temporalis Höhlen im Fels das bevorzugte Domizil zur Eiablage, wie das Team um Lukas Rüber im Fachjournal «Nature Communications» berichtet.

Die Forscher haben bei der Art zwei Varianten ausgemacht, die sich in Körpergrösse und Lebensraum markant unterscheiden, wie das Museum am Montag mitteilte. Die grossen Individuen leben an den Felsküsten, brüten in den Höhlen und verjagen ihre nur halb so grossen Artgenossen von ihrem Grundstück. Diese müssen sich mit Schneckenhäusern auf dem Sand als Schutz für sich und ihre Eier begnügen.

So kommt es zur Segregation im Buntbarschreich: Die Grossen am Fels, die Kleinen auf dem Sand. Aufgrund der räumlichen Trennung bleibt man unter sich, auch bei der Paarung. Das Team um Rüber hat festgestellt, dass es praktisch keinen genetischen Austausch zwischen den beiden Varianten gibt - obwohl sie sich theoretisch paaren könnten.

Dies sei ein seltener experimenteller Hinweis darauf, dass auch Konkurrenz um Lebensräume zur Isolation einzelner Gruppen und somit zur Artbildung führen kann, erklärten die Forscher. Noch seien längst nicht alle evolutionären Mechanismen, durch die lokal angepasste Arten entstehen, bekannt.

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