21.05.2014 08:24
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Auch wilde Mäuse mögen Hamsterrad
Mausbesitzer macht das Geräusch irre: Immer wieder vergnügen sich die Tiere im Laufrad - gerne nachts. Doch auch in der Natur rennen sie auf der Stelle. Sogar Frösche gehen an den Start

Auch wilde Mäuse in freier Wildbahn laufen gerne im Rad. Haben sie ein Laufrad in ihrem natürlichen Lebensraum stehen, so benutzen es wilde Nager ebenso oft und lange wie ihre Artgenossen in Käfigen. Sogar Frösche hüpften im Rad, berichten Biologen in den «Proceedings B» der britischen Royal Society.

Mäuse, Ratten und Frösche rennen im Rad

Johanna Meijer und Yuri Robbers von der niederländischen Universität Leiden hatten jeweils ein Hamsterrad in einem niedrigen, für kleinere Tiere frei zugänglichen Unterstand aufgestellt - sowohl in einem grossen städtischen Park als auch in einem Naturschutzgebiet in den Dünen. Mit einem Bewegungssensor zeichneten sie über zwei Jahre lang auf, wann sich das Rad drehte und fotografierten unauffällig die jeweiligen Läufer mit festinstallierten Kameras.

Das Ergebnis war überraschend: Die Räder wurden an beiden Versuchsstellen gut genutzt. Dabei machten Mäuse mit 88 Prozent die meisten Läufer aus. Im Park gingen aber gelegentlich auch Ratten, Spitzmäuse und Frösche an den Start. Sie liefen eine Zeit lang darin, verliessen das Rad und kehrten manchmal zurück. Auch Schnecken wurden gesichtet, doch hatten die sich vermutlich verirrt.

Laufen im Rad natürlich

Vor allem aber die Mäuse nutzten das Freilandspielzeug intensiv. Die Daten zeigten, dass sich die Laufzeiten im Freien nicht von denen in Käfigen unterscheiden. Als die Forscher das zunächst zum Anlocken dienende Futter entfernten, nahm die Zahl der Mäuse an den Rädern zwar ab, gerannt wurde aber weiterhin.

Mit Laufradversuchen wird in wissenschaftlichen Experimenten häufig die Aktivität von Nagern gemessen. Manche Forscher hatten den Wert solcher Versuche wegen des mutmasslich unnatürlichen Verhaltens infrage gestellt. Die Studie zeigt nach Ansicht der niederländischen Forscher jedoch, dass das ständige Laufen im Rad durchaus in der Natur der Tiere liegt.

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