25.11.2015 07:33
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Auszeichnung für Erforschung von Fruchtfliegen
Der Biologe Richard Benton von der Universität Lausanne wird vom Schweizerischen Nationalfonds mit dem nationalen Latsis-Preis 2015 ausgezeichnet. Benton erhält die mit 100'000 Franken dotierte Auszeichnung für seine Arbeit über den Geruchssinn der Fruchtfliege.

Wie der Nationalfonds (SNF) am Dienstag mitteilte, konzentriert sich Benton in seiner Forschung auf die Fruchtfliege Drosophila melanogaster, die heimische Essigfliege. Dabei verfolgt er die molekularen Spuren chemischer Signale von der Nase bis ins Gehirn. Diese Signale machen es den Insekten möglich, Verwandte, Partner, Beute und Räuber voneinander zu unterscheiden.

Bentons Forschungsgruppe interessiert sich gemäss SNF insbesondere dafür, wie Pheromone erkannt werden. Wie viele andere Tiere setzen Insekten chemische Signale ein, um Wege oder ein Territorium zu markieren und auch um Gefahren zu signalisieren. Der britische Forscher möchte klären, wie diese Signale auch in allerkleinsten Mengen erkannt werden und wie sie entsprechende Reaktionen auslösen.

Bentons Studien kommen nicht nur der neurowissenschaftlichen Grundlagenforschung zugute. Mit dem Wissen um die molekulare Basis des Geruchssinns können Forschende nach Angaben des SNF das Verhalten von Insekten in der freien Natur beeinflussen. Die Resultate helfen so möglicherweise, die eingeschleppte Kirschessigfliege, die Trauben- und Erdbeerernten schädigt, zu bekämpfen.

«Die Resultate unserer Forschung können auch zur Bekämpfung menschlicher Krankheiten beitragen», wird Benton in der Mitteilung zitiert. Malaria, Denguefieber und auch die Schlafkrankheit werden von blutsaugenden Insekten wie Mücken und Tsetsefliegen übertragen, die sich bei der Suche nach Wirten vom Geruchssinn leiten lassen.

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