25.07.2017 09:05
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Frankreich
Bär jagt 209 Schafe in den Tod
Dramatische Szenen haben sich vergangene Woche in den Pyrenäen abgespielt. Ein Braunbär riss ein Schaf, weitere 209 Tiere stürzten auf der Flucht eine hohe Felswand hinab. Die Bauern sind verärgert.

In der Grenzregion zwischen Spanien und Frankreich gehen derzeit die Wogen hoch. Grund: In der Nacht auf Sonntag vor einer Woche attackierte ein Bär eine Schafherde und riss ein Tier. Die übrigen 209 Schafe stürzten auf der Flucht eine rund 200 Meter hohe Felswand hinab, wie welt.de berichtet.

Am Montag wurden 169 Kadaver in Lladorre auf spanischem Staatsgebiet gefunden, weitere auf französischem. Gemäss der Nachrichtenagentur Europa Press wurden auf einem toten Schaf Bärenfell gefunden. Einige Tiere waren unauffindbar. Es wird aber davon ausgegangen, dass sämtliche Schafe der Herde tot sind. Die Tiere gehörten einem Schäfer aus der Ortschaft Couflens.

Eigentlich gab es bis zu Beginn der 1990-er Jahren in der Region keine Braunbären. Dies änderte sich, als die französische Regierung begann, rund 20 slowenische Bären auszusiedeln. Der Bestand wird derzeit auf rund 30 Tiere geschätzt.

Die Bauern der Region sind über die Wiederansiedlung wenig begeistert. «Wir befürworten zwar die naturbelassene Weidewirtschaft. Dieser sorgt für Artenreichtum auf den Bergen. Doch damit meinen wir eigentlich nicht die Wiederansiedelung von Raubtieren», zitiert die Lokalzeitung „La Gazette Ariégoise“ eine Mitteilung der Bauernvereinigung Confédération Paysanne de l’Ariège.

Im vergangenen Jahr starben 130 Schafe nach einem Angriff durch einen Bären. Die Regierung hat eine Untersuchung eingeleitet, um den Schafhalter für den Verlust der 210 Schafe zu entschädigen. Die Gemüter werden durch die Zahlungen aber wohl nicht besänftigt. 

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