17.03.2014 16:20
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bienensterben
Bienensterben: Jährlich bis 15 Verdachtsfälle wegen Vergiftung
15 Vorfälle von erhöhtem Bienensterben sind 2013 in der Schweiz dem Bienengesundheitsdienst gemeldet. In zehn Fällen wurden in den toten Insekten Pestizide nachgewiesen, wie Bundesrat Johann Schneider-Ammann im Nationalrat sagte. In fünf Fällen war die Ursache unbekannt.

Seit 1983 gebe es jedes Jahr zehn bis 15 Verdachtsfälle von Vergiftungen mit Pflanzenschutzmitteln, sagte Schneider-Ammann am Montag in der Fragestunde. Trotz erhöhter Sensibilisierung sei die Zahl der gemeldeten Fälle nicht gestiegen. Und die Art der verwendeten Pestizide scheine sich auf die Häufigkeit der Fälle nicht auszuwirken.

Bundesrat muss Bienensterben untersuchen

Experten gingen nicht von einer hohen Dunkelziffer aus, sagte Schneider-Ammann. Nach seinen Angaben kommt es auch vor, dass Bienen sterben, weil Pestizide nicht gemäss den Vorschriften angewendet werden. 2013 war das bei mindestens zwei Vorkommnissen der Fall.

Das Parlament beauftragte den Bundesrat im vergangenen Herbst, die Ursachen für das Bienensterben untersuchen zu lassen. Ziel der damals überwiesenen Motion der Umweltkommission des Nationalrates war nicht nur ein besserer Schutz der Bienen, sondern auch das Vermeiden unnötiger Verbote von Pestiziden.

Bundesrat lässt Aktionsplan prüfen

Nach Angaben von Schneider-Ammann lässt der Bundesrat derzeit prüfen, ob ein Aktionsplan nötig ist, um die mit der Anwendung von Pestiziden verbundenen Risiken zu verkleinern. Sollte ein solcher Plan beschlossen werden, sollen die Risiken für Bienen einbezogen werden.

Der Bund entschied 2013, den Einsatz von drei Wirkstoffen, die zur Vorbehandlung von Saatgut eingesetzt werden, ab Anfang Dezember vorerst für zwei Jahre zu suspendieren. Damit folgte er einem Entscheid der EU-Kommission.

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