16.05.2019 14:14
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Vögel
BirdAlert schreckt Krähen ab
Noch ist nicht sicher, ob das Beizmittel Mesurol im Mais auch 2020 zugelassen ist. In der EU ist es nur bis Juli 2019 genehmigt. Fällt es weg, wird die Krähenabwehr auch im ÖLN-Mais ein Problem. KWS hat bereits reagiert.

Bisher war die Krähenabwehr vor allem in Biomaisparzellen nötig, denn die Krähenschwärme werden von den mit Mesurol gebeizten Maisfeldern auf die Biofelder umgelenkt. Die Schäden können bei diesen in der Folge so gross sein, dass nach- oder komplett neu angesät werden muss. 

Beizmittel vor dem Aus

Krähenschäden könnten künftig allerdings auch bei ÖLN-Mais grosse Ausmasse annehmen. Denn es ist nicht sicher, ob das Beizmittel Mesurol auch 2020 eine Zulassung haben wird. «In der EU ist dieser Stoff nur bis Juli 2019 genehmigt. Er unterliegt einem Reevaluationsverfahren», weiss Olivier Félix vom Bundesamt für Landwirtschaft. «Falls Mesurol in der EU verboten wird, wird eine Neubeurteilung in der Schweiz durchgeführt, die in den meisten Fällen zu einer Streichung des Wirkstoffs führen würde.»

Ohne Mesurol müssen Krähen auch von ÖLN-Parzellen mit alternativen Methoden ferngehalten werden. «Leider war bisher keine einfache, natürliche Massnahme bekannt, mit der die Krähen verjagt werden könnten, nicht zuletzt weil diese intelligent sind», sagt Matthias Klaiss vom Forschungsinstitut für Biologischen Landbau. «Von den Bauern und der Forschung bis zur Vogelwarte wird nach Lösungen gesucht.»

Erkennt Vogelstimmen 

Die wirksamste Massnahme ist derzeit, den Mais tief zu säen und zu walzen – in leichten Böden bis 8cm tief, in schweren Böden nicht tiefer als 5 bis 6cm, da sich das Auflaufen sonst verzögert. Wichtig ist zudem, dass der Mais eher spät gesät wird, damit er im warmen Boden zügig aufwächst, so bleibt auch das Unkraut im Hintertreffen.   

Für Hoffnung sorgt die KWS AG. «Wenn Mais nicht mehr gebeizt werden kann, wird die Vogelabwehr zum Thema», bestätigt Lucas Vogt von KWS. «Wir testen deshalb den BirdAlert. Es sind aktuell zehn Geräte im Pilotbetrieb auf Landwirtschaftsbetrieben in der Schweiz.» Das Gerät, das über das Handy gesteuert werden kann, wurde von einem dänischen Start-up entwickelt und wird um die 3000 Franken kosten. Über ein Mikrofon erkennt es Vogelstimmen und reagiert darauf mit spezifisch auf die Vogelart abgestimmten Warnlauten. «Weil das Gerät nur aktiviert wird, wenn Vögel, etwa Krähen, wirklich anwesend sind, gibt es keinen Gewöhnungseffekt», ergänzt Vogt.

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