14.06.2016 16:47
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Aargau
Boykott-Aufruf gegen Bauern
Im Kanton Aargau gehen die Wogen hoch. Krähen schädigen die Felder von Gemüsebauern. Jäger sollen Abhilfe schaffen. Tierschützer rufen zu einem Boykott auf.

Krähen sorgen immer wieder für Ärger. So auch im Kanton Aargau. Dort fressen die Rabenkrähen den Bauern das Gemüse weg. Der Frassschaden wurde im vergangenen Jahr auf rund 300‘000 Franken geschätzt.

Jagd anspruchsvoll

In einem Pilotprojekt in Muri und Birmenstorf wurden Jäger für den Abschuss der Vögel geschult, berichtet die „Aargauer Zeitung“. Die Jagd auf die lernfähigen Rabenkrähen ist anspruchsvoll. Deshalb sei spezielle Ausrüstung nötig, sagt Reto Fischer von der Sektion Jagd beim Kanton.

Die Krähen werden mittels Attrappen auf die Felder gelockt und anschliessend mit der Schrottflinte erschossen. Das Projekt läuft bis Ende Jahr und wird anschliessend ausgewertet. Auf gefährdeten Feldern werden bis 20 Attrappen aufgestellt. Fischer macht aber deutlich, dass es andere Massnahmen brauche, um die Krähen nachhaltig zu vertreiben. Das Jagdgebiet soll aber auf weitere Regionen ausgedehnt werden.

„Kein blutverschmiertes Gemüse“

Das Projekt ruft nun Tierschützer auf den Plan. Der Verein Wildtierschutz Schweiz findet dieses skandalös. In einem offenen Brief werden die Grossverteiler aufgefordert, das Gemüse der Aargauer Bauern zu boykottieren. „Wir als Konsumenten möchten naturverträgliche, nachhaltige und tierfreundliche Produktion und kein blutverschmiertes Gemüse von Singvögeln auf unseren Tellern“, schreiben die Tierschützer.

Der Abschuss bringe nichts, da andere Krähen das Revier besetzen würden. Zudem sei der Abschuss weder juristisch noch ethisch-moralisch zu rechtfertigen, hält der Verein weiter fest. Eine Online-Petition gegen den Abschuss der Vögel wurde bisher von über 1‘400 Personen unterzeichnet.

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