14.08.2013 16:56
Quelle: schweizerbauer.ch - Anja Tschannen
Marché Concours 2013
Bündner und Glarner boten farbigen Auftritt
Viel Volk traf sich am Marché-Concours. Die Ehrengäste Graubünden und Glarus hatten eine weite Reise hinter sich. Sie brillierten mit einer fantastischen Vorführung zwischen Brauchtum und Moderne.

Der Schweiss auf den starken, athletischen Körpern spiegelt sich im Sonnenlicht wider, mit geweiteten Nüstern und donnernden Hufen jagen sie über die Rennbahn. Die traditionellen blauen und rosafarbenen Trachten blitzen zwischen Staub und Pferdekörpern auf, angefeuert von Tausenden Zuschauern biegen sie auf die Zielgerade ein.

Noch einmal wird das Tempo angezogen, Pferde und Reiter geben ihr Bestes, wer hier gewinnt gehört zu den Schnellsten im Lande, jedenfalls wenn es um die einzige Schweizer Pferderasse geht: den Freiberger. Während die jungen Reiter um die letzten Meter im beim «Course campagnarde pour jeunes gens et jeunes filles» kämpfen, wartet Besuch von weither.

Allegra und Grüezi

Von den entlegensten Tälern des Bündner- und des Glarnerlandes hat es sie bis in den Jura geführt, die diesjährigen Gastkantone Graubünden und Glarus. Allegra, Buongiorno, Grüezi und Bonjour ertönt es. Und das Publikum antwortet mit dem ersten grossen Applaus. Mit sechs PS rollte die imposante «Flüeler Postkutsche» in die Arena ein. Nur um kurz darauf von den Säumern und ihren Trag- und Zugpferden überfallen zu werden.

Zum Glück eilen zwei Cowboys und zwei Offroad-Gespanne im Galopp herbei, um der in Not geratenen Postkutsche zu helfen. Mit waghalsigen Sprüngen über drei Traktoren treiben sie die Säumer schliesslich in die Flucht. Aus dem ganzen Trubel haben sich die vier Schlitteda schön rausgehalten. Die reichlich verzierten Schlittengespanne aus dem Oberengadin, dienen den ledigen Burschen dazu, ihre zukünftigen Damen zu beeindrucken und vielleicht sogar für sich zu gewinnen. 

Tradition und weltoffen

Eines ist klar, mit ihrer farbenfrohen, abwechslungsreichen Schau haben die 500-köpfige Bündner und Glarner Delegation und ihre rund 30 Pferde während dreier Tage die rund 52'000 Besucher für sich gewinnen können. Sie wurden dem Motto: «Hautes Montagnes et Franches-Montagnes: rendez-vous au sommet», welches die Werte «traditionsbewusst und weltoffen» vermitteln sollte, mit ihrem gelungenen Auftritt gerecht.

Bündner und Glarner Geschichte, Kultur und die wichtige Bedeutung des Pferdes als Arbeitstier in den Gebirgskantonen wurden offenbart. Die Gebirge in Graubünden und Glarus seien genauso landschaftsprägend wie die Freiberge im Jura, meinen Andra Bettiga, Glarner Landammann, und Hansjörg Trachsel, Bündner Regierungspräsident.

Pioniere geladen

Eine ebenso gelungene Vorführung lieferte die geladene Pferdezuchtgenossenschaft Tramelan-Erguël und nahm mit ihren leuchtenden Bändern die Zuschauer in ihren Bann. Die PZG blickt auf eine über 100-jährige Geschichte zurück. Diese ist geprägt von vielen Pionierleistungen. So liefen in den 30er-Jahren Pferde aus Tramelan-Erguël bei den Fuhrdiensten für den Bau der Chasseralstrasse.

Später organisierte die PZG die allerersten Freibergertage und war dabei, als die Schweiz zum ersten Mal an der Route du Poisson in Frankreich teilnahm. Höhepunkt der letzten 20 Jahre sei aber die Teilnahme am Marché-Concours im Jahr 1994 gewesen. Wie sollte es anders sein: als erste Genossenschaft aus dem Berner Jura seit der Volksabstimmung (Plebiszit), wiederum als Pioniere, um der Tradition gerecht zu werden.

Präsident verabschiedet

Traditionsgemäss zog auch der alljährliche grosse folkloristische Umzug mit 30 Themenbildern auf der 900m langen Rennbahn seine Runde. Als Highlight und Abschluss des Umzuges wurde der langjährige Präsident des Marché-Concours, Daniel Jolidon, verabschiedet.

In Begleitung von Bundesrat Ueli Maurer absolvierte er im Galopp eine Ehrenrunde im flotten Einspänner und wurde von sämtlichen Besuchern würdig unter riesigem Applaus aus seinem Amt verabschiedet. Und zum letzten Mal unter der Ära Jolidon wurde der Start für die rasanten ländlichen Pferderennen freigegeben.

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