17.07.2013 15:05
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Tierschutz
Connyland: Tierarzt erhebt Einsprache gegen Busse
Mit dem Tod zweier Delfine Ende 2011 im Freizeitpark Connyland in Lipperswil TG muss sich voraussichtlich das Bezirksgericht Kreuzlingen befassen. Der Tierarzt, gegen den die Staatsanwaltschaft eine Busse von 4000 Franken aussprach, hat dagegen Einsprache erhoben.

Connyland-Geschäftsführer Erich Brandenberger bestätigte am  Mittwoch einen Bericht des «St. Galler Tagblatts». Dass der  Tierarzt, der als Experte für Meeressäuger das Connyland beriet und  unterstützte, die Busse anficht, kommt nicht überraschend. Die  Connyland-Führung hat die Strafuntersuchung nämlich wiederholt  angezweifelt.

Die Staatsanwaltschaft verurteilte den ausländischen Tierarzt  Anfang Juli wegen fahrlässiger Tierquälerei. Die beiden Delfine  Shadow und Chelmers seien als Folge zu hoher Antibiotika-Dosierung  gestorben. Andere Todesursachen wie Partylärm oder eine  vorsätzliche Vergiftung der Delfine schloss die Staatsanwaltschaft  aus. Das Strafverfahren gegen einen lokalen Tierarzt stellte die  Staatsanwaltschaft ein.

Connyland-Führung sieht es anders

Die Verantwortlichen des Lipperswiler Freizeitparks sehen dies  anders: Geschäftsführer Erich Brandenberger zweifelte an einer  Medienkonferenz die Untersuchung der Staatsanwaltschaft an. Die  beiden Delfine seien vergiftet worden. Im Urin der toten Tiere  seien Spuren der Substanz Buprenorphin gefunden worden.

Diese Substanz führt laut Brandenberger bei Delfinen zu  Atemlähmung. Der Connyland-Geschäftsführer hofft jetzt, dass seine  Hypothese vom Bezirksgericht geprüft wird.

Delfinarium schliesst Ende 2013

Das Connyland schliesst Ende 2013 sein Delfinarium und sucht für  die drei verbleibenden Delfine neue Plätze. Eine natürliche  Nachzucht ist mit drei Tieren nicht möglich, und der Import von  Delfinen wurde vom National- und Ständerat Mitte 2012 verboten. Die  «Lex Connyland» bedeutet das Aus für das einzige Delfinarium der  Schweiz.

Als die Delfine Chelmers und Shadow im Connyland kurz  nacheinander starben, kam es zu Protestaktionen von  Tierschutzorganisationen. Die Connyland-Führung verdächtigte  Tierschützer, die Delfine vergiftet zu haben. Die Tierschützer  zeigten den Geschäftsführer des Freizeitparks wegen übler Nachrede  an.

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