4.05.2019 12:55
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/dts
Deutschland
D: Wolf wird zur Chefsache
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drängt auf eine Lösung im Streit über den Abschuss von Wölfen in Deutschland. Das berichtet der "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe.

Da Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) in der umstrittenen Naturschutzfrage keine Einigung finden, habe das Kanzleramt das Thema an sich gezogen, berichtet das Nachrichtenmagazin weiter. 

Die beiden Ministerinnen streiten insbesondere darüber, ob Wölfe erst dann abgeschossen werden dürfen, wenn sie bereits Schafe gerissen haben oder auch schon vorbeugend, wenn sie sich Siedlungen oder Schafsherden nähern. "Aus unserer Sicht werden mit dem vom Umweltministerium vorgelegten Entwurf die Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag nur unzureichend aufgegriffen", sagte ein Sprecher Klöckners.

In dem Vertrag heisst es, die Sicherheit der Menschen habe im Umgang mit dem Wolf höchste Priorität. Mit Blick auf die "dynamisch wachsende Wolfspopulation" gebe es Uneinigkeit hinsichtlich einer "weitergehenden Entnahmemöglichkeit" der Wölfe "mit präventivem Charakter", erklärt das Landwirtschaftsministerium. Dies verstösst nach Auffassung von Schulze wiederum gegen die Naturschutzbestimmungen. Das Umweltministerium habe bestätigt, dass das Kanzleramt die Gespräche an sich gezogen habe, berichtet der "Spiegel". 

Die einst ausgerotteten Wölfe breiten sich seit Jahren wieder aus. Inzwischen wird von einem Bestand von rund 70 Wolfsrudeln ausgegangen. Der Bestand an Einzeltieren wird inklusive Jungtiere auf rund 750 Wölfe geschätzt. Die Wolfspopulation wächst um rund 10 Prozent jährlich. Die meisten Wölfe leben im Osten Deutschlands. Gegen die Präsenz der Wölfe machen vor allem Nutztierhalter seit Jahren mobil. 

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