29.04.2014 11:00
Quelle: schweizerbauer.ch - mgt
Klimawandel
Dank Hochleistungskühen - Treibhausgas-Emissionen sinken
Die Schweizer Landwirtschaft stösst weniger Treibhausgase aus als früher. Ein Hauptgrund liegt in der Tatsache, dass die Kühe heute mehr Milch geben.

Die Landwirtschaft stiess 2012 gegenüber dem Stand von 1990 rund neun Prozent weniger Treibhausgase aus. Im Zeitraum zwischen 1990 und 2012 nahmen in der Schweiz die Treibhausgas-Emissionen der Landwirtschaft um neun Prozent ab, während die Nahrungsmittelproduktion leicht gesteigert werden konnte.

Weniger Methan dank höheren Milchleistungen

Die Entwicklung der landwirtschaftlichen Emissionen folgt hauptsächlich der Entwicklung des Rindviehbestandes, der vor allem bis 2004 stark abgenommen hat und 2012 um rund 16 Prozent tiefer lag als 1990. Zwar stösst die einzelne Kuh wegen ihrer höheren Milchleistung heute im Durchschnitt mehr Methan aus als noch vor zwanzig Jahren. Da insgesamt aber mehr Milch mit weniger Kühen produziert wird, entsteht pro Liter Milch dennoch leicht weniger Methan als 1990.

Auch im Pflanzenbau kann eine gewisse Entkoppelung der Emissionen von der Produktionsmenge beobachtet werden. Durch Effizienzsteigerungen im Pflanzenbau ist der Einsatz von Mineraldünger vor allem in den neunziger Jahren stark zurückgegangen. Dies führte zu deutlich weniger Lachgas-Emissionen.

Landwirtschaft effizienter geworden

Das Rindvieh nimmt eine besondere Stellung im Treibhausgasinventar der Landwirtschaft ein. Über 40 Prozent der landwirtschaftlichen Emissionen stammen vom Methan-Ausstoss bei der Verdauung in den Mägen der Wiederkäuer. Die Viehwirtschaft ist über die Lagerung von Hofdünger und den Futterbau auch massgeblich an den Lachgasemissionen beteiligt. 44 Prozent der landwirtschaftlichen Treibhausgas-Emissionen sind Lachgas, wobei sechs Prozent bei der Lagerung von Hofdüngern entstehen und 38 Prozent bei der Stickstoffumsetzung in Böden. Der Stickstoffumsatz erfolgt vor allem nach Einträgen von Mineral- und Hofdüngern sowie von Ernterückständen, durch symbiontische Stickstofffixierung und nach indirekter Stickstoffdeposition.

„Die Schweizer Landwirtschaft ist bezüglich der Emission von Treibhausgasen im Verhältnis zur Produktion effizienter geworden - im gesamten Nahrungsmittelsektor sieht die Bilanz jedoch etwas anders aus", erklärt dazu Daniel Bretscher, Verantwortlicher für das Treibhausgasinventar der Schweizer Landwirtschaft bei Agroscope am Standort in Zürich, Reckenholz. Die Landwirtschaft trägt elf Prozent zu den Gesamtemissionen des Treibhausgas-Inventars der Schweiz bei.

 

 

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