17.08.2020 06:33
Quelle: schweizerbauer.ch - khe
Wallis
Der Wolf spaltet das Volk
Der Wolf - ein Thema, das bewegt. Tierschützer und Schafhalter stehen sich im Wallis unversöhnlich gegenüber.

Im Kanton Wallis wird der Wolf besonders häufig gewildert. Seit seiner Rückkehr Mitte der 90er-Jahre wurden schweizweit sieben Tiere illegal geschossen, vier davon im Wallis. Gemäss Sonntagszeitung setzte die Gruppe Wolf Schweiz 2017 ein Kopfgeld von 10'000 Franken aus, um den Druck auf die Wilderer zu erhöhen. Die Verdächtigen wurden zwar angeklagt, aber mangels Beweisen nicht verurteilt.

Die Akzeptanz des Wolfes ist im Bergkanton besonders tief. Das zeigt eine Studie der Universität Zürich. So wollen Walliser Politiker den Status des Wolfes als geschützte Lebensart aufzuheben. Eine hängige Initiative fordert die Beschränkung und Regulierung des Wolfbestands. Einer der Initianten ist Schafzüchter Georges Schnydrig. Seine Tiere wurden trotz Herdenschuss vom Wolf angegriffen, wie er gegenüber der SonntagsZeitung sagt. Er erinnert sich an schreckliche Bilder. Für den Landwirten bedeutet der Verlust der Schafe nicht nur finanzielle Einbusse, sondern auch Zerstörung jahrelanger Zuchtarbeit.

Am 27. September wird darüber abgestimmt, ob der Bestand an Raubtieren wie dem Wolf in Zukunft von den Kantonen in Apsprache mit dem Bund durch Abschüsse reguliert werden darf. Schndydrig spricht sich klar für das revidierte Jagdgestz aus.

Anders David Gerke von der Gruppe Wolf. Er findet, der Schutz des Wolfes dürfe nicht durch eine Delegierung der Abschussentscheide an die Kantone aufgeweicht werden. Auch der Kanton Wallis habe in den vergangen Jahren gezeigt, dass er nicht einmal die Grundlage hätte, um die Situation einzuschätzen. Ginge es nach ihm, sollte das Gesetz gar schäfere Strafen für Wilderer vorsehen. 

Das revidierte Gesetz erlaubt den Kantonen unter bestimmten Bedingungen, Wolfsrudel vorausschauend zu regulieren. Damit hat das Parlament auf die wachsende Zahl von Wölfen reagiert. Der Wolf bleibt aber auch mit dem revidierten Jagdgesetz eine geschützte Tierart und darf nicht gejagt werden. Die Rudel bleiben erhalten. 

Nicht zulässig wäre gemäss Bundesrat beispielsweise der Wolfsabschuss, wenn sich die Rudel fernab von Siedlungen oder Schafherden aufhalten. Generell müssten die Kantone gegenüber dem Bund vorgängig begründen, weshalb Abschüsse erforderlich seien. Dabei müssten sie die Verhältnismässigkeit wahren. Weiter sind die Kantone in Gebieten mit Wolfsrudeln verpflichtet, die Bauern über Massnahmen zum Schutz von Herden informieren. Ziel der Regulierung sei es, dass die Rudel ihre natürliche Scheu behalten und Siedlungen fernbleiben.

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