24.08.2018 08:05
Quelle: schweizerbauer.ch - Christian Zufferey
Wallis
Die Königin am Matterhorn
Am Fuss des Matterhorns fand zum ersten Mal ein Ringkuhkampf statt. Im Hinblick darauf haben Zermatter Bauern Eringer Kühe gekauft, um mit ihnen anzutreten. Eine von diesen sorgte bereits für viel Furore.

Heuer hat sich zum ersten Mal Zermatt um die Austragung des Sommer-Ringkuhkampfs beworben – dies, obschon auf den Alpen Schafe und auf der Stafel- und der Riffelalp Milchkühe gesömmert werden, bislang aber keine Eringer.

«Drei Zermatter Bauern haben das allerdings», wie OK-Präsident Anton Lauber zu berichten wusste, «gleich zum Anlass genommen, selbst Eringer Kühe zu kaufen, um an diesem Ringkuhkampf teilnehmen zu können.» Unter ihnen Paul Julen, mit rund 300 Schafen grösster Schwarznasen-Schaf-Züchter, der mit Erstmelkkuh Carpule angetreten ist.

Von Polizei eskortiert 

Sichtlich zufrieden zeigte sich Lauber darüber, dass es seinem Team gelungen ist, den Grossanlass für 4000 Besucher innerhalb von nur sieben Monaten auf die Beine zu stellen. Als eine der grössten Herausforderungen erwies sich der Umstand, dass Zermatt autofrei ist. Den Bauern musste erlaubt werden, mit ihren Anhängern nicht nur bis zum Dorfrand, sondern auch durchs ganze Dorf zu fahren.

Um dies zu gewährleisten, wurden am Dorfrand Konvois gebildet, die von der Polizei zum Festgelände eskortiert wurden. Eine Ausnahme gab es für René Gurten aus Grengiols VS, der mit vier Kühen in zwei Anhängern angereist ist und selbst Polizist ist. Er musste nicht auf seine Kollegen warten, sondern führte seinen Konvoi selbst an. Ciara aus dem Stall Ruffiner-Bregy aus Turtmann VS erkämpft als Erste den Titel der Rinderkönigin. 

Polizist gegen Einheimische

Doch auch Julens Carpule trat in der Kategorie Erstmelken an. Sie zeigte sich auf Anhieb sehr kampffreudig – so sehr, dass ihr der Prix Combativité zugesprochen wurde. Doch auch Gurtens Venise und Vampire wollten kämpfen und siegen. Carpule und Vampire trafen aufeinander. Die beiden schenkten sich nichts. Derweil Venise scheinbar mühelos weitere Gegnerinnen bezwang.

Dann erst musste sich auch Vampire geschlagen geben. Zwei Siegertreicheln waren dem Polizisten Gurten damit schon sicher. Würde es seine Venise nun aber schaffen, die Zermatterin Carpule zu besiegen? Venise schien ihre Kampfeslust etwas verloren zu haben. Gurten  gab sich mit der Treichel für den zweiten Rang zufrieden.  Damit darf Julen, schon nach seinem ersten Ringkuhkampf, eine Königin sein Eigen nennen.

Cantara und Grenache sind die Stärksten

Bei den leichteren Kühen gewann Cantara vom Stall Zimmermann aus Getwing VS, und bei den zuletzt angetretenen schwereren Kühen ging der Sieg an Grenache von Matthias Tobler aus Savièse VS. Auch Grenache holte sich den Sieg vergleichsweise unspektakulär. Sie traf zwar im Schlussgang auf Vitali von Fabienne und Toni Williner aus Visp, den Besitzern der amtierenden nationalen Königin.

Zunächst schien es, dass sich Grenache und Vitali einen langen, erbitterten Zweikampf liefern würden. Doch nach etwa einer Viertelstunde gaben die beiden auf und schauten sich nur noch regungslos an. Als aber die Rabatteure etwas nachhelfen wollten, wich Vitali, beinahe schon gelangweilt wirkend, aus.


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