2.02.2016 07:33
Quelle: schweizerbauer.ch - Christian Zufferey
Waadt
Die Königin hat Arthrose
Ob die Eringer Kuh Frégate den Königinnen-Titel im Frühjahr erneut verteidigen kann, ist derzeit noch offen.

«Ich stehe zu meinem Wort», liess sich Bernhard Constantin vor bald zwei Jahren zitieren, kurz nachdem seine Frégate am nationalen Ringkuhkampffinale gewonnen hatte. Ihr Verkauf an einen Züchter aus dem Waadtland sorgte damals für Schlagzeilen.

Dritter Titel ungewiss

Der Besitzerwechsel erfolgte jedoch bereits, bevor Frégate in die Arena geführt wurde. «Wir wussten, dass Frégate eine gute Kuh ist», erinnert sich ihr neuer Besitzer Patrick Perroud aus Oulens VD. Allerdings habe man nicht damit gerechnet, dass sie gleich gewinnen würde. Die Sensation war jedoch perfekt, als Frégate im Jahr darauf ihren Titel verteidigte, und so definitiv zur ersten Königin von ausserhalb des Wallis wurde.

Nun ist aber unklar, ob Frégate ihren Titel noch einmal wird verteidigen können. Denn Frégate leidet an Arthrose. Perroud erzählt: «Die Tierärzte sagten mir, sie könne nicht mehr kämpfen.» Das sagten sie allerdings schon vor über einem Jahr, als Frégate im Tierspital in Bern behandelt wurde. Es war ein sehr kurzfristiger Entscheid, als Perroud Anfang Mai letztes Jahr trotzdem mit seiner Frégate ins Wallis reiste. Doch er war sich sicher: «Ich hätte sie aus dem Ring geholt, gleich nach einem ersten verlorenen Duell.» Doch Frégate hat kein Duell verloren, sondern kämpfte sich bis ins Finale durch – und gewann auch dieses.

Besitzt 20 Eringer Kühe

Die Eringer faszinierten Perroud schon seit seiner Jugend  – vor allem die Hörner, ihre Wendigkeit auf Alpen sowie ihr ruhiger und doch temperamentvoller Charakter. «Die erste Kuh habe ich bereits während meiner Metzgerlehre gekauft», erinnert sich der heute 42-Jährige. Perroud besitzt allerdings weder Boden noch einen Stall. Seine etwa 20 Eringer Kühe bringt er daher bei mehreren Bauern in Pension unter – einige sogar im Wallis. Nur während der Alpzeit sind die meisten seiner Kühe beisammen auf einer Alp oberhalb Leysin VD.

Zehn Jahre lang organisierte er zudem Ringkuhkämpfe in seinem Heimatdorf Oulens. Weil sich zur Teilnahme am nationalen Finale in Aproz VS jedoch nur Kühe qualifizieren können, die an einer im Wallis ausgetragenen Vorausscheidung unter die ersten sechs Ränge kommen, nimmt Perroud auch an Kämpfen im Wallis teil. «Ich habe schon wiederholt Siegertreicheln gewonnen», freut er sich.

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