15.05.2014 06:19
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Vögel
Die lange Reise der jungen Königspinguine
Königspinguine brüten auf den subantarktischen Inseln. Aber woher verschwinden die Jungtiere, wenn sie erstmals ins Meer abtauchen? Das haben Forscher nun mit Hilfe von Satellitensendern untersucht.

Junge Königspinguine erkunden bereits im ersten Jahr fern ihrer Brutkolonie intensiv ihre heimischen Gewässer im Südatlantik. Einige verschlägt es vorübergehend sogar in den Pazifik oder den Indischen Ozean. Etwa 45 Kilometer legen die Vögel im Durchschnitt pro Tag zurück. Das hat ein internationales Forscherteam herausgefunden und die Ergebnisse im Fachblatt «PLOS ONE» veröffentlicht.

Tiere von zwei Kolonien besendert

Die Wissenschaftler hatten Tiere zweier Kolonien mit Sendern ausgestattet. Die Wanderungen der jungen Königspinguine, während der sie ihre Jagdmethoden allmählich verbessern, verliefen recht ähnlich - unabhängig davon, woher sie ursprünglich kamen.

Königspinguine brüten auf Inseln im Umfeld von etwa 400 Kilometern zur Antarktischen Polarfront. Dort finden sie viel Nahrung. Die erwachsenen Tiere gehen im Verlauf des Jahres in unterschiedlichen Regionen des Gebiets auf Nahrungssuche. Wo sich die Jungtiere aufhalten, nachdem sie mit etwa einem Jahr ihre Brutkolonie verlassen, war bislang kaum untersucht worden.

Die Forscher um Klemens Pütz vom Antarctic Research Trust im niedersächsischen Bremervörde statteten insgesamt 18 Königspinguine (Aptenodytes patagonicus) mit Satellitentelemetriesendern aus. Zehn der Pinguine stammten von einer Brutkolonie auf den Falklandinseln, die übrigen acht aus einer Kolonie auf der Insel Südgeorgien. Die beiden Brutkolonien unterscheiden sich in ihrer Entfernung zur Antarktischen Polarfront.

Grosse Wanderungen

Die Wissenschaftler werteten anschliessend die Positionssignale der Sender aus, die sie in einem Zeitraum von drei Monaten im Jahr 2008 empfangen hatten. Sie stellten fest, dass die jungen Königspinguine im gemessenen Zeitraum zwischen gut 600 und mehr als 4000 Kilometer zurückgelegt hatten. Im Schnitt schwammen sie 45 Kilometer am Tag, wobei die Streckenlängen zwischen 10 und mehr als 100 Kilometern stark schwankten.

In den ersten Wochen schwammen die Tiere beider Kolonien in Richtung Antarktischer Polarfront und blieben dort zunächst. Einige Pinguine wanderten dann westlich in den Pazifischen Ozean, einer in den Indischen Ozean. Durch ihre Wanderungen meiden sie zum Teil Nahrungskonkurrenz mit erwachsenen Tieren, vermuten die Forscher.

Tintenfische als Leibspeise

Im Allgemeinen nutzten die Jungtiere beider Kolonien ähnliche Jagdreviere. Sie fressen zum Beispiel Laternen- und Tintenfische. Bei näherer Untersuchung stellten die Wissenschaftler fest, dass die Vögel von den Falklandinseln mehr Zeit in eher flacheren Gewässern mit geringerer Temperatur verbringen. Die Pinguine aus Südgeorgien bevorzugten tiefere Gewässer mit einer hohen Chlorophyll-Konzentration.

Im Laufe der Zeit nutzten sie dann zunehmend die Jagdreviere ihrer Eltern. Ihre Ergebnisse wiesen darauf hin, dass unerfahrene Königspinguine - unabhängig von der Lage ihrer Herkunftsregion zur Antarktischen Polarfront - ihre Jagdfähigkeiten mit der Zeit erlernten, schreiben die Forscher.

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