20.05.2013 10:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Adi Lippuner
Freiberger
Er kämpft für den Erhalt der Ur-Rasse
Er kämpft für den Erhalt der Ur-RasseFür die Familie Rohner begann die Geschichte mit dem Erhalt der Ur-Freiberger-Rasse vor 18 Jahren. Heute stehen sechs Zuchtstuten und ein Hengst im Stall. Dank gesunder Fohlen wird der Zuchterfolg sichtbar.

Ein Bericht im «Schweizer Bauer» erregte vor 18 Jahren die Aufmerksamkeit von Kurt Rohner. Dabei ging es um eine Gruppierung, welche sich den Erhalt der Ur-Freiberger-Rasse wie sie vor 1950 war, verschrieben hatte. «Ich sagte zu meiner Frau, dass sie den Beitrag von 20 Franken für die Vereinigung überweisen soll», sagt Kurt Rohner zurückblickend.

Er habe grundsätzlich nichts gegen die Einkreuzung von Araber- und Warmblütern in die Freiberger-Zucht. «Aber wir müssen dafür sorgen, dass die Ur-Rasse und damit die Hengste und Stuten mit null Prozent Fremdblut erhalten bleiben. Wenn sich niemand für dieses Anliegen starkmacht, ist die Rasse irgendwann verloren, und das darf nicht sein.» Genau für dieses Anliegen hat sich die Familie während der letzten 18 Jahre starkgemacht. «Wir haben unseren Teil dazu beigetragen, dass die vorhandene Genetik erhalten bleibt, und wenn wir uns die Tiere anschauen, hat sich das Ganze gelohnt,» ist der bärtige Rheintaler Bauer überzeugt.

Harter Kampf

Mit dem Kauf eines Ur-Freiberger-Hengst-Fohlens war zwar ein Grundstein gelegt, aber noch kein Erfolg garantiert. Die Nachkommen der Ur-Rasse wurden bei der Ankörung nicht akzeptiert. «Bis zu vier Prozent Fremdblutanteil galt damals noch als Ur-Freiberger oder Basis-Freiberger, wie sie heute genannt werden. Da die ‹veredelten Freiberger›   bessere Noten an den Schauen erzielten, wurde vermehrt mit den gleichen Hengsten gedeckt. Gemäss Genetikern beginnen die Probleme bei eben diesen ‹veredelten Freibergern› allerdings bei sechs Prozent Inzuchtgrad», erklärt der Pferdezüchter. Doch diese Erkenntnisse setzten sich erst nach und nach durch.

«Wir haben viele Kämpfe ausgefochten und versuchten, mit unserem ‹Reine Rasse Freiberger› (RRFB) als eigener Verband aufzutreten. Leider ohne Erfolg, denn der bestehende Verband wird vom Bund  finanziell unterstützt, und eine Aufteilung kam nicht in Frage. Doch inzwischen haben sich die Wogen etwas geglättet, die Sektion der Ur-Freiberger ist im Verband integriert, wir agieren autonom, haben unseren eigenen Vorstand und unsere eigenen Schauexperten.»
Was Kurt Rohner mit wenigen Worten erzählt, ist die Zusammenfassung unzähliger Sitzungen, Diskussionen und Auseinandersetzungen. «Doch heute haben wir einiges erreicht, der RRFB macht in Zusammenarbeit mit einem Genetiker Linienerhalt.» Konkret werden der schwere, der mittlere und der leichte Schlag der Ur-Freiberger gezüchtet. So wird sichergestellt, dass die robusten Schweizer Pferde mit gutem Charakter auch kommenden Generationen Freude bereiten.

Ein Nischenprodukt

Angesprochen auf die Bedeutung der Ur-Freiberger-Zucht für den Hof der Familie Rohner kommt die Antwort des Seniorchefs: «Es ist ein Nischenprodukt, und vor allem geht es uns darum, die Genetik zu erhalten.» Klar wird betont, dass es sowohl Kundschaft für die eingekreuzten als auch für die Ur-Freiberger gibt. Eines aber ist sicher: «Ohne das Mittun der ganzen Familie würde die Zuchtarbeit nicht gelingen», so Kurt Rohner.

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