26.02.2019 10:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Adrian Haldimann
Betriebsführung
«Finanzierung ist die grösste Hürde»
Wie geht man bei einer Planung für einen Stallneubau vor? Was sind die neusten Stalleinrichtungen? Das DeLaval-Forum bot einen Einblick in ihr Schaffen und stellte unter anderem die Normställe vor.

Stalleinrichtungen stehen im Wandel der Zeit – Felix Dawson, Produktleiter Stall bei DeLaval, zeigte am DeLaval-Forum in Sursee LU die neusten Entwicklungen auf. Dabei wurden beispielsweise Fressgitter (tiefere Krippenwand) und Liegeboxeneinrichtungen (mehr Freiraum) den «Kuhsignalen»  angepasst. Auch bei der Planung und beim Bau eines Stalles entwickelte sich DeLaval. Im Jahr 2013 riefen sie einen Normstall zum Fixpreis ins Leben (siehe Kasten). 

Fixpreis als Vorteil

Beim Stallbau würden sich von Fall zu Fall viele Details wiederholen. Deshalb sei der Normstall entwickelt worden. So habe sich DeLaval auf Lösungen geeinigt, die sich in der Praxis bewähren und die dem Tierwohl und der Arbeitswirtschaft gerecht werden.

«Ein grosser Vorteil ist für den Landwirt der Fixpreis – es gibt keine Überraschungen bei den Kosten», sagte Lukas Suter, Architekt und Leiter Planung (siehe Kasten). Bei DeLaval arbeiten fünf Architekten, welche Vorprojekte, Baueingaben, Ausführungsplanungen und Bauleitungen wahrnehmen. Zudem stehen acht Zeichner im Einsatz. 

Hürden bei der  Planung

Im Gespräch mit dem «Schweizer Bauer» ging Suter auf die Stallplanung ein. Der erste Schritt in einem Vorprojekt sei eine Kostenanalyse. Der Landwirt brauche in diesem Zusammenhang eine provisorische Zusicherung der Finanzierung und der Tragbarkeit, bevor weitergeplant werde. Suter betont, dass die Finanzierung die grösste Herausforderung darstellt, bis ein Bauvorhaben realisiert werden kann. 

Mit dem Landwirt werde dann angeschaut, welche Stalllösung Sinn macht. Je nach Situationen sind Umbauten, individuelle Neubauten oder Normställe die besten Lösungen.  Wie passt der Stall ins Gelände? Welche Geruchsimmissions-Richtlinien gelten? Für wie viele Tiere kann gebaut werden? Ist der Bau bewilligungsfähig? Alles Fragen, die geklärt werden müssen.  

Die Finanzierung ist die eine, die Bewilligung für einen Bau die andere grosse Hürde. Bei einem Neubau müsse beispielsweise sehr gut begründet werden, für was der Altbau noch verwendet wird, sollte er nicht abgerissen werden. Bei der Entscheidungsfindung in einem Bewilligungsverfahren seien kantonale Unterschiede erkennbar, sagt Suter.

Kosten Normställe

DeLaval bietet drei Normställe an. Der «DeLaval Stall VMS» für 70 Kühe, die mit dem Melkroboter gemolken werden, kostet 800'000 Franken. Für den «DeLaval Stall Melkstand» für 53 Kühe müssen 720'000 Franken und für den «DeLaval Stall Mutterkuh» 490'000 Franken investiert werden.

In den Fixpreisen nicht inbegriffen  sind die Kosten für die Aushubarbeiten, die Jauchegrube und  Futterlagerung, die Erschliessung,  die Kanalisation, die Jauchetechnik, den Bauingenieur, die Bewilligungen sowie die Gebühren. Für die gesamten Baukosten wird eine Kostenschätzung gemacht, die von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sei. 

www.genial-geplant.ch

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