24.03.2019 06:02
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Tiergesundheit
Fliegen früh genug bekämpfen
Fliegen im Stall muss man bekämpfen, bevor sie zum Problem werden, die Tiere stressen und sogar Krankheiten übertragen. Am besten geht man schon gegen die Larven vor – mit Schlupfwespen und Güllefliegen.

Nicht erst im Hochsommer, sondern schon bei Temperaturen von 18°C vermehren sich die Stubenfliegen im Stall explosiv – und werden zum Stressfaktor für die Tiere, indem sie das Wohlbefinden beeinträchtigen und damit einhergehend die Leistungsfähigkeit vermindern. 

Wichtigste Massnahme, um die Fliegenvermehrung zu bremsen, ist die Stallhygiene. Dauerfeuchte Orte, die den Larven einen idealen Lebensraum bieten, sollten vermieden werden. Fliegenlarven kann man, wenn man früh genug damit beginnt, mit Nützlingen – zu beziehen bei UFA-Samen Nützlinge oder Andermatt Biocontrol – zu Leibe rücken. 

Temperaturen müssen stimmen

Schlupfwespen können in allen eingestreuten Bereichen eingesetzt werden. Sie legen ihre Eier in die Puppen der Stubenfliege und Wadenstecher. Für die Entwicklung der Schlupfwespen sollte die Temperatur über 16°C liegen. Damit sich die Schlupfwespe gut entwickeln kann, sollte der Mist vier bis sechs Wochen liegen bleiben. Wird häufiger gemistet, müssen die Schlupfwespen im kürzeren Abstand eingesetzt werden.  

Im Flüssigmistbereich kommen Güllefliegen zum Einsatz. Sie ähneln im Aussehen der Stallfliege, sie sind jedoch lichtscheu, leben nur im Güllekanal und belästigen weder Mensch noch Tier. Ab dem dritten Larvenstadium ernähren sie sich räuberisch von den Larven der Stallfliege. Damit sich die Güllefliege entwickeln kann, muss die Temperatur mindestens 18°C betragen. Der Einsatz sollte nach der Stallreinigung, dem Umspülen, Rühren oder Ablassen der Gülle erfolgen. 

Leistungseinbussen bei Kühen

Die Fliegenbekämpfung macht auch wirtschaftlich Sinn. «Bei schwerem Fliegenbefall können Milchproduktion und Tageszunahmen bis zu einem Drittel zurückgehen», warnt die deutsche Tierärztin Katharina Traulsen auf kuhgesundheit.de.

Und Hubertus Hertzberg, Parasitotologe an der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich, ergänzt: «Es ist sehr wahrscheinlich, dass eine starke Fliegenbelästigung und die kontinuierlichen Abwehrbewegungen die Tiere vom Fressen abhält und diese Irritation demzufolge wirtschaftliche Konsequenzen haben wird.» Hinzu kommt, dass Fliegen Krankheiten wie Mastitis und Augenentzündungen übertragen können.

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