4.01.2013 08:17
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Forscher erzeugen Mäuseembryonen ohne Geschlecht
Forscher der Universität Genf haben Mäuseembryonen erzeugt, die weder männlich noch weiblich sind. Mit ihrer Arbeit entschlüsseln sie die zentrale Rolle von Insulin und den Wachstumshormonen IGF1 und IGF2 bei der Geschlechtsbestimmung.

Für ihre Studie haben die Forscher um Serge Nef bei transgenen Mäuseembryonen die Rezeptoren für Insulin und die IGFs genetisch deaktiviert, wie die Uni Genf am Donnerstag in einem Communiqué schrieb. Die Mäuse konnten folglich weder Hoden oder Eierstöcke noch Nebennierenorgane entwickeln, berichten die Forscher im Fachblatt «PLOS Genetics».

Entstehung von Intersex

Es ist schon lange bekannt, dass der Ernährungs- und Wachstumsstoffwechsel mit der Fortpflanzungsregulierung zusammenhängt. So erklärt es sich, warum stark unter- oder übergewichtige Frauen oft unfruchtbar sind.

Die Studie ziele darauf ab, die frühen Phasen der Geschlechtsbestimmung besser zu verstehen, aber auch die Entstehung von Intersexualität, die bisher noch nicht gut erklärt sei, sagte Nef.

Genetische Ursachen unbekannt

Bei Säugetieren beginnt die Geschlechtsbestimmung mit der Übertragung eines X- oder Y-Chromosoms durch das Spermium auf ein Ei. Dies bestimmt das genetische Geschlecht des Embryos. Anschliessend entwickeln sich die Eierstöcke oder Hoden. Sie produzieren Geschlechtshormone, die den Fötus verweiblichen oder vermännlichen.

Läuft in diesem Prozess etwas falsch, können Kinder mit uneindeutigem Geschlecht zur Welt kommen. Solche intersexuellen Phänomene sind beim Menschen relativ häufig, sie betreffen etwa eines von 3000 Neugeborenen, wie die Uni Genf schreibt. In den meisten Fällen blieben die genetischen Ursachen solcher Veränderungen unbekannt.

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