4.02.2020 10:47
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
St. Gallen
Foto bestätigt: Angreifer war Wolf
In den Kantonen St. Gallen und Thurgau streift ein Wolf umher. Bei Rossrüti in der Gemeinde Wil SG wurde am Samstag ein Lamm und ein Rehbock gerissen. Der Wolf wurde mit einer Fotofalle aufgenommen. Die Schafhalter wurden alarmiert.

Wie der Kanton St. Gallen mitteilt, wurde der Wildhüter am Samstag innert kurzer Zeit über zwei Angriffe bei Rossrüti informiert.

Wolf kehrte zum Rehbock zurück

Der tote Rehbock und das tote Lamm wiesen für einen Wolfsriss charakteristischen Bissverletzungen. Die Bestätigung erfolgte in der Nacht von Samstag auf Sonntag durch eine installierte Fotofalle. Die Aufnahmen zeigten, wie der Wolf zum Rehbock zurückkehrte.

Schafhalterin Monika Schönenberger dachte im ersten Moment nicht an einen Wolfsriss. Zwar sei das Fell am Rücken und am Hals blutig gewesen. «Wir fragten uns nur: Das können ja nicht die Schafe gewesen sein», sagte sie zu hallowil.ch. 

Lamm im Laufstall

Als sie dem Lamm das Fall abzogen, wurden die Schwere des Angriffs sichtbar. Das Genick war gebrochen. Es sei nicht restlos klar, ob und wie tief der Wolf tatsächlich in den Laufstall eingedrungen sei, sagte Schönenberger. Das tote Lamm lag an der offenen Seite des Laufstalls zwischen den Silos, wo ein Zaun aus zwei Metallrohren verhindert. Schönenbergers haben ihre Schafe mit Elektrozäunen geschützt. Nun überlegen sie sich weitere Schutzmassnahmen. Neben den Schafen sind auch die Mutterkühe untergebracht.

Sie sei keine prinzipielle Wolfsgegnerin, sagt Monika Schönenberger zu hallowil.ch. Wenn ein Wolf in Ställe eindringe, müsse aber über den Abschuss diskutiert werden. Denn dass sich ein Wolf so nahe an einen Stall traue, sei ungewöhnlich. 

Mehrere Risse in den vergangenen Wochen

Im Laufe des Samstags wurden die Schafhalter in der Gegend um Wil mittels SMS-Alarmdienst informiert. Ein Wolf streift seit mehreren Wochen durch das Gebiet. Am 22. Dezember 2019 wurden bei Oberrindal zwei Lämmer vom Wolf gerissen.

Auf einem Bauernhof bei Thundorf im Kanton Thurgau sind Mitte Januar zwei Schafe von einem Raubtier gerissen worden. Die Thurgauer Jagd- und Fischereiverwaltung geht davon aus, dass es ein Wolf war. Der Wolf ist gemäss der Zeitung «Tagblatt» wohl durch einen Spalt im Fenster in den Stall eingedrungen. Der Hof liegt rund einen Kilometer vom Dorf entfernt.

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