26.08.2018 07:10
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Auswilderung
Franzosen sagen Ja zum Bär
Die für diesen Herbst vorgesehenen Pläne zur Auswilderung von zwei Braunbären im westlichen Teil der französischen Pyrenäen haben eine weitere Hürde genommen.

Wie die Verwaltungen der Region Okzitanien und des Départements Pyrénées-Atlantiques am vergangenen Donnerstag mitteilten, wurde das Projekt bei den öffentlichen Konsultationen von der überwiegenden Mehrheit der Teilnehmer befürwortet.

Bei 5970 Antworten sprachen sich 88,9 % für die Auswilderung aus und nur 8,9 % dagegen. In den betroffenen Gebieten ist die öffentliche Meinung allerdings nicht ganz so eindeutig. Von den Teilnehmern aus den sechs betroffenen Départements in den Pyrenäen waren 71,6 % den Bären gegenüber aufgeschlossen; 25,4 % sprachen sich dort gegen das Projekt aus.

Ein Anliegen des Ministers

Im Département Pyrénées-Atlantiques, wo die Wiederansiedlung stattfinden soll, ist die Zustimmung noch geringer: Mit 58,1 % sind die Befürworter zwar auch dort noch in der Mehrheit, die Gegenstimmen erreichten mit 38,2 % allerdings einen deutlich höheren Anteil.

Die Auswilderung der beiden Braunbären ist Frankreichs Umweltminister Nicolas Hulot ein besonderes Anliegen. Er hatte zu Jahresbeginn erklärt, nicht der Minister sein zu wollen, der die letzten aus den Pyrenäen stammenden Bären verschwinden sehe. Die dortige Population sei wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge in einem kritischen Zustand.

Termin im Herbst

Mit Blick auf die zu erwartenden Proteste insbesondere der Weidetierhalter hatte Hulot versichert, dass er sich der komplizierten Lage bewusst sei und angekündigt, selbst an Dialogveranstaltungen vor Ort teilzunehmen. Nach Angaben seines Ressorts ist die geplante Auswilderung die erste derartige Aktion in Frankreich seit 2006.

Ein Termin im Herbst werde angestrebt, da zu diesem Zeitpunkt die Herden bereits die Sommerweiden verlassen hätten, die Bären aber noch nicht in den Winterschlaf gegangen seien. Die französische Bärenpopulation in den Pyrenäen besteht aus weniger als 40 Tieren, von denen weit mehr als 30 im zentralen Teil der Gebirgskette vorkommen. Im westlichen Gebiet soll der Bestand bis auf zwei Tiere geschrumpft sein; dort will Hulot die zwei weiblichen Tiere ansiedeln. 

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