2.08.2016 06:11
Quelle: schweizerbauer.ch - Anja Tschannen
Freiberger Wester Show Team (1/3)
Freiberger trainieren für ihren grossen Auftritt
Peitschenknallen, wilde Schreie und Pferdegewieher dringen aus der Reithalle Ben Hur in Thun BE. Was geht hinter den Holzwänden, des in die Jahre gekommenen Gebäudes, bloss vor sich?

Sechs Reiter und Reiterinnen mit ihren Pferden fliegen im Galopp vorbei. Wir befinden uns mitten in der Trainingsstunde des Freiberger Western Show-Teams (FWS). Sie bereiten sich momentan auf ihren Auftritt am Marche-Concours in Saignelegier vor.

Spiel mit dem Feuer

Was zuerst aussieht wie ein wildes Durcheinander, entpuppt sich als konkret geplante Überfall-Szene. Zum Tempo kommt nun ein weiteres Element hinzu. Das Feuer wird angezündet und es geht heiss zu und her in der Reithalle.

Einige Pferde sind bereits alte Hasen im Showgeschäft, lassen sich von den Flammen nicht beeindrucken und springen sogar routiniert darüber. Andere sind erst frisch dabei und müssen sich noch an das Zischen der Gasflasche und die Feuerfunken gewöhnen.

Nur Freiberger können mitmachen

Das gesamte Showteam umfasst 14 Mitglieder mit ihren Pferden. Aber nicht irgendwelche Pferde. „Wir reiten alle Freibergerpferde, das ist die Hauptvoraussetzung um beim Showteam mitmachen zu können“, erklärt Felix Stampfli, Präsident des FWS.

Das Freiberger Western Show-Team ist  in einem Verein organisiert, der sich im letzten Jahr gegründet hat. Vorher war das Show-Team an den Freiberger Western Verband angegliedert und bereits seit sechs Jahren an Ausstellungen, Turnieren und Shows anzutreffen.


Pferde müssen Nähe ertragen

Mit der Vereinsgründung wurden die Voraussetzungen zum Team-Beitritt leicht abgeändert. So können auch Reiter die nicht aus der Western-Szene kommen und deren Pferde unter einem Englisch-Sattel laufen, was neu auch der Fall ist. „Wir haben einige Reiter die aus dem klassischen Spring oder Dressurbereich kommen“, so Stampfli.

Viele der Teammitglieder und ihre Freiberger sind turniererfahren und haben daher eine gewisse Routine für öffentliche Auftritte. Einer der einzigen Gründe für einen Ausschluss aus dem Team seien, schlagende und beißende Pferde. „Die Team-Pferde müssen Nähe ertragen können, sonst wird es gefährlich“, betont Franziska Stähli, verantwortliche für das Management und Administratives beim FWS.

Reiten soll Spass machen

Einmal im Team werden die Stärken jedes Reiterpaares gefördert und für die Shownummern genutzt. „Wir wollen die Leute und ihre Pferde so einsetzten, dass sie sich wohl fühlen, sich steigern, etwas lernen und weiterentwickeln können“, so Stähli. Denn das Hauptziel des Vereines ist in erster Linie: Spass zu haben.

Oft sehe man auf Turnierplätzen verbissene Gesichter, dabei sollte Reiten doch eigentlich Spaß und Freude machen. „Unsere Trainings und Auftritte sollen den Reitern, den Pferden und den Zuschauern Spass machen und die Freude am Reiten und der Zusammenarbeit mit dem Pferd rüber bringen“, so der Präsident.

Power und Konzentration vereint

Die Auftritte sollen neben dem Spass am Reiten auch zeigen was den Freiberger auszeichnet: nämlich seine Vielseitigkeit und seinen Arbeitswillen. Vom wilden Galopp über Feuerflammen zu einer präzise gerittenen Quadrille und das in wenigen Minuten.

„Diese schnellen Übergänge von beinahe ungezähmter Power hin zu konzentriert und ruhig gerittenen Programmen sind mit einem Freiberger möglich“, sagt Stampfli stolz. Und als Beweis wird zum Schluss des Trainings noch einmal die Quadrille vorgeführt. Reiter und Pferde sind aufmerksam bei der Sache und absolvieren einen gelungenen Trainingsauftritt.

So geht es weiter...

Wollt ihr wissen wie es dem Freiberger Western Show-Team in Saignelegier ergeht und ob ihnen ihr Auftritt gelingt? Wir begleiten das Showteam nach Saignelegier und berichten über ihre Erlebnisse am Marche Concours.

Doch zuvor steht noch die grosse Hauptprobe an. Das Training wird von der Halle nach draussen auf den Rasenplatz verlegt. Im Teil 2/3 werdet ihr sehen ob Ross und Reiter bereit sind für Saignelegier.

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