13.09.2013 07:52
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Zecken
«Gedopte» Zecken sind widerstandsfähiger
Schlechte Neuigkeiten für Waldspaziergänger: Zecken, die mit Erregern der Lyme-Borreliose infiziert sind, halten Trockenheit und Kälte besser aus als nicht infizierte Artgenossinnen. Einer Neuenburger Studie zufolge verändern die Bakterien das Verhalten der Zecken, um ihre Übertragungschancen zu optimieren.

Die Zecken der Art Ixodes ricinus, die Lyme-Borreliose übertragen, seien gewöhnlich sehr empfindlich auf Trockenheit, schrieb die Uni Neuenburg am Donnerstag in einer Mitteilung. Obwohl sie meist im Untergestrüpp auf Opfer warten, müssen sie regelmässig zu Boden, um sich mit Wasser zu versorgen. 

Reisen verringern Chancen auf Wirt

Diese Reisen reduzieren ihre Fett- und damit Energiereserven und verringern ihre Chancen, einen Wirt zu finden. Dies berichtet Coralie Herrmann aus dem Team von Lise Gern vom Labor für Öko-Epidemiologie der Universität Neuenburg in ihrer Dissertation. 

Herrmann hat in ihrer Studie festgestellt, dass infizierte Zecken Trockenheit besser überleben und sich auch länger an trockenen Orten aufhalten als Zecken ohne die Bakterien. Sie haben zudem mehr Fettreserven und überleben auch Winterkälte etwas besser. 

Doping für Zecken 

Die Resultate legten nahe, dass die Bakterien so etwas wie ein Dopingmittel für die Zecken seien, schrieb die Hochschule. Damit hätten infizierte Zecken bessere Chancen, Blut zu saugen, was insbesondere im Lichte des Klimawandels keine sehr ermutigende Perspektive sei, hiess es weiter. 

An Lyme-Borreliose erkranken in der Schweiz jährlich zwischen 5000 und 10'000 Personen. Sie kann im Frühstadium mit Antibiotika behandelt werden. Borreliose kann zu Problemen mit der Haut, dem Nervensystem, den Gelenken und dem Herzen führen. Es gibt keine Impfung.

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