12.03.2019 19:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Wallis
Gefahr für Bauern - Murmeltiere gehts an Kragen
In Zermatt VS sind Murmeltiere so zahlreich, dass sie zu einer regelrechten Plage geworden sind. Im vergangenen Herbst mussten Jäger deshalb Dutzende Nager schiessen. Am Dienstag hat das Kantonsparlament ein Postulat abgelehnt, das Gnade für die «Murmeli» forderte.

170 Murmeltiere brachten Jäger auf Anordnung des kantonalen Jagdamts zur Strecke. Aber die Massnahme erregte die Gemüter der Touristen und bewegte einige Walliser Parlamentarier zum Handeln. Der Walliser Grosse Rat liess sich jedoch nicht erweichen. Er lehnte das Postulat mit 85 zu 29 Stimmen bei 6 Enthaltungen deutlich ab.

Die Postulanten hatten vorgeschlagen, dass die Murmeltiere betäubt, eingefangen und anderen Orten wieder ausgesetzt statt getötet werden sollten. Das seien keine schönen Bilder für den Tourismus, sagte Michaël Graber (SVP), einer der Postulanten.

Viele Parlamentarier erachteten die im Postulat vorgeschlagenen Massnahmen als unverhältnismässig. «Murmeltiere mögen es nicht überall», gab Urban Furrer (CVP) zu bedenken. Zudem stellten die Baue und Gänge der Nager, die auf Weiden schwer zu sehen sind, eine Gefahr für Bauern und Nutztiere dar. Es habe bereits Unfälle gegeben, warnte Franziska Biner (CVP).

Es gibt immer wieder Ärger zwischen den Nagern und den Bauern. Schäfer und Biobauer Paul Julen konnte seine Wiese wegen der vielen Murmeltier-Löcher im Sommer 2017 nicht mehr nutzen. Die Unfallgefahr sei schlicht zu gross, sagte der damals zum Radio SRF.. Weder mit Maschinen noch mit Tieren könne er die Wiese bewirtschaften. Einmal fielen sogar zwei junge Lämmer von Paul Julen in ein Murmeltier-Loch. Diese konnte er aber retten, weil er per Zufall dazu kam.

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