21.03.2014 07:46
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Artenvielfalt
Genf: Einfluss der Stadtentwicklung auf Artenvielfalt wird untersucht
Forscher der ETH Lausanne (EPFL) lancieren eine grossangelegte Genomstudie, um den Einfluss der Stadtentwicklung auf die Artenvielfalt zu untersuchen. Sie bitten deshalb die Genfer Bevölkerung um Hilfe, ihnen möglichst viele Lebensräume von Erdkröten mitzuteilen.

Die Teiche, in denen die Kröten vorkommen, können auf einer Webseite eingetragen werden, wie die EPFL am Donnerstag mitteilte. Die Wissenschaftler würden diese Grundstücke dann aufsuchen und den Amphibien eine DNA-Probe aus der Mundschleimhaut entnehmen. Die Daten würden anschliessend kartographiert und analysiert.

Neben der Erdkröte sollen in diesem Projekt namens UrbanGene auch drei weitere, in der Region Genf verbreitete Arten untersucht werden: Die Schmetterlinge Grosses Ochsenauge und Kleiner Kohlweissling, sowie die Krautpflanze Breitwegerich. Auch von ihnen soll die genetische Vielfalt erhoben werden.

«Wir versuchen herauszufinden, was auf genetischer Ebene mit Pflanzen- oder Tierbeständen passiert, wenn Hindernisse sie in immer kleinere Gruppen aufteilen», liess sich Stéphane Joost, Studienleiter von UrbanGene, in der Mitteilung zitieren. So lasse sich abschätzen, wie sie auf die städtische Verdichtung reagieren werden. Die Studie beginnt diesen Frühling und läuft bis 2015.

Die genetische Vielfalt ist eine Art Versicherung für Tier- und Pflanzenarten. Sie erlaubt ihnen, sich an verändernde Umweltbedingungen anzupassen, wie Klimawandel, neue Räuber oder Krankheiten. Doch eingeschlossen in immer kleinere Lebensraumflecken nimmt der genetische Austausch innerhalb der Art ab und dieses Backupsystem geht verloren.

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