6.01.2014 06:36
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Italien
Gerissene Schafe - 8 Wölfe in Italien erschossen
In den italienischen Regionen Toskana und in Umbrien sind in den vergangenen Wochen acht eigentlich unter strengem Schutz stehende Wölfe erschossen worden. Verdächtigt werden vor allem Tierzüchter, deren Schafe und Hühner immer häufiger von Wölfen gerissen werden.

Die Tierzüchter klagen, dass Wölfe und verwilderte Hunde in Schafställe eindringen. Der Schaden sei gross, berichtete die italienische Tageszeitung «La Repubblica» am Sonntag. Im toskanischen Ort Baccinello seien Wölfe in ein Gehege eingedrungen und hätten 70 von 180 Schafen getötet oder schwer verletzt.

Auch verwilderte Hunde

Die Behörden haben zwar finanzielle Mittel für Schutzmassnahmen wie etwa die elektrische Zäune zur Verfügung gestellt. Die Zahl der Angriffe auf die Schafställe ist jedoch nicht zurückgegangen. Neben Wölfe werden auch Mischlinge aus verwilderten Hunden und Wölfen verdächtigt.

Tierschützer demonstrierten vor zwei Tagen in der Toskana für die wilden Tiere. Wölfe seien geschützt und müssten respektiert werden. Man müsse jedoch Lösungen für einen besseren Schutz der Schafe finden.

Grösste Population in Spanien

Der Wolf ist in Europa als «besonders gefährdet» eingestuft und geniesst höchsten Schutz - in Italien seit den 70er Jahren. Rund tausend Exemplare leben in den Westalpen, auf dem Apennin sowie in den Regionen Toskana und Lazio. Den mit Abstand grössten Bestand in Europa - rund 2000 Tiere - gibt es nach Angaben der Naturschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) in Spanien.

In Polen und den baltischen Ländern wird ihre Zahl auf mehrere hundert geschätzt. Auch in Mitteleuropa, wo er in den 80er Jahren fast ausgerottet war, ist der Wolf seit etwa zehn Jahren wieder auf dem Vormarsch. Steigende Bestände werden auch in Slowenien und Ungarn registriert.

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