8.12.2016 09:52
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Artenvielfalt
Giraffen vom Aussterben bedroht
Tierschützer sind besorgt: Die Zahl der Giraffen geht nach Angaben der Weltnaturschutzunion (IUCN) stark zurück. In den vergangenen 30 Jahren sei die weltweite Population der Tiere um knapp 40 Prozent gesunken.

Hauptgründe dafür seien Wilderei und Verlust des Lebensraums, wie die Organisation mit Sitz in Gland am Genfersee am Mittwoch mitteilte. Auf der neuen Roten Liste rückte die Giraffe von der Kategorie ungefährdet auf gefährdet. Diese stellte die Weltnaturschutzunion auf der UNO-Artenschutzkonferenz im mexikanischen Cancún vor.

Seien 1985 noch rund 163'000 Exemplare gezählt worden, so seien es 2015 nur noch rund 97'000 gewesen. «Mit den Giraffen steuert eine weitere ikonische Tierart ihrem möglichen Ende in freier Wildbahn entgegen», sagte der Vorstand der Naturschutzorganisation WWF Deutschland, Eberhard Brandes. Die Tiere leben vor allem im Süden und Osten Afrikas.

Auch viele Vogelarten bedroht

Von rund 740 in jüngster Zeit entdeckten Vogelarten sind der Weltnaturschutzunion zufolge elf Prozent vom Aussterben bedroht. Viele Arten würden schon verschwinden, bevor man sie überhaupt näher beschreiben könnte, sagte IUCN-Chefin Inger Andersen. 13 der jüngst entdeckten Vogelarten seien bereits ausgestorben. Die meisten davon sind vor allem Experten ein Begriff.

Anders sieht es bei den Afrikanischen Graupapageien (Psittacus erithacus) aus. Sie sind dank ihrer Intelligenz und Sprachbegabung bei vielen Haltern beliebt - das könnte ihnen laut IUCN zum Verhängnis werden. Denn das mache die Vögel zu attraktiven Jagdobjekten für Wilderer. «Vor allem der Handel ist ein Problem für Wildvögel, die weltweit zu beliebten Haustieren zählen», sagte Vogelschutzexperte Lars Lachmann vom Naturschutzbund Deutschland Nabu.

«Grösstes Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier»

Auch die Bestände der wilden Verwandten von Gerste, Hafer und Sonnenblumen gehen laut IUCN zurück. Sie seien eine wichtige Genquelle für neue Nutzpflanzen. Landwirtschaftliche Expansion lasse ihren Lebensraum schrumpfen und mache ihnen damit zu schaffen. «Wir erleben derzeit das grösste globale Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier - und der Mensch ist die Ursache», sagte Brandes. Bevölkerungswachstum und wirtschaftlicher Wohlstand dürfe nicht zulasten natürlicher Ökosysteme gehen.

Insgesamt wurden bislang 85'604 Tier- und Pflanzenarten für die Rote Liste der IUCN untersucht. 24'307 davon sind bedroht. «Die aktuelle Liste zeigt vielleicht, dass das Ausmass des Artensterbens grösser ist als gedacht», sagte Andersen.

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