30.08.2018 12:42
Quelle: schweizerbauer.ch - ats
Graubünden
GR: Fütterungsverbot verlängert
Das Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit verlängert per 1. September 2018 das seit zwei Jahren geltende Verbot privater Schalenwildfütterungen (Hirsch, Reh, Gämse, Steinwild) im Grenzgebiet zu Österreich für weitere drei Jahre, heisst es in einer Mitteilung.

Das Verbot habe sich als vorbeugende Massnahme bewährt, um die Einschleppung von Tuberkulose durch Wild aus dem Vorarlberg zu vermeiden. Bis heute sei im Kanton Graubünden beim Wild noch kein Fall von Tuberkulose festgestellt worden. 

Mit Verfügung des Amts für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit vom 1. September 2016 sei ein generelles Fütterungsverbot für Schalenwild für den grenznahen Raum des Kantons zum Vorarlberg und Tirol angeordnet:

"Die private aktive und passive Schalenwildfütterung (Hirsch, Reh, Gämse, Steinbock) ist verboten. Das Verbot ist begrenzt auf das Gebiet der Gemeinden Fläsch, Maienfeld, Jenins, Malans, Landquart, Seewis, Grüsch, Schiers, Luzein, Furna, Jenaz, Fideris, Küblis, Conters, Klosters-Serneus, Zernez, Scuol, Valsot und Samnaun und gilt vorläufig bis 31. August 2018."

Nutztiere vor Krankheiten schützen

Verboten sei damit das absichtliche, aktive Füttern des Wilds (Einrichten von Futterstellen) sowie das unabsichtliche, passive Füttern. Heu, Futterreste, Siloballen, Kompostgut etc. seien so zu lagern, dass das Wild es nicht erreichen kann.

Wildtiere sollen damit einerseits nicht an Futter gelangen, welches auch Nutztiere fressen, und andererseits nicht in die Nähe von Nutztieren gelockt werden. Diese Massnahme seien ergriffen worden, um der Einschleppung von Tuberkulose in die Nutztierbestände durch direkte oder indirekte Kontakte mit kranken Wildtieren zuvorzukommen. 

Die aktuelle Lage 

In Westösterreich (Vorarlberg, Tirol) seien bis heute trotz intensiver Bejagungskonzepte immer wieder Rotwild mit fortgeschrittener Tuberkulose ausserhalb der Kern-, Rand- und Beobachtungsgebiete gefunden worden. Gemäss Informationen des Landes Vorarlberg sei zwar die Krankheitshäufigkeit insgesamt etwas zurück gegangen. Aber die festgestellten Tuberkulose-Fälle hätten sich im Laufe des Jahres 2017 in Richtung Schweizer Grenze verlagert.

So seien neu fünf Fälle im Montafon festgestellt worden. Zudem mussten als Folge von Tuberkulose-Untersuchungen acht Tierhaltungen gesperrt werden. Dies zeige, dass die Seuche nach wie vor aus dem Wildbestand in die Nutztierbestände übertragen werde. Ausserdem sei im Frühjahr 2018 bei einem Kind in Dornbirn die Krankheit Tuberkulose diagnostiziert worden. Die Ansteckung sei auf dem familieneigenen Bauernhof erfolgt, auf welchem als Folge der ausgebrochenen Seuche das gesamte Vieh getötet werden musste. 

Diese Ausweitung der positiven Tuberkulose-Fälle erhöhe die Gefahr eines Eintrags in die Region Nordbünden massiv. Aufgrund des Verlaufs der Ausbreitung in den vergangenen Jahren müsse zudem damit gerechnet werden, dass die Seuche in absehbarer Zeit nicht vollständig ausgerottet werden könne und damit nach wie vor eine Gefahr für Graubünden darstelle. 

Tuberkulose durch bewährte Massnahmen verhindern 

Das Fütterungsverbot habe sich als effektive Vorsorgemassnahme gegen die Etablierung von Tuberkulose-Spots und -Clustern in tuberkulosefreien Gebieten erwiesen. Durch die Vermeidung von künstlich geschaffenen Schnittstelen zwischen Wild- und Nutztieren sei der gewünschte risikovermindernde Effekt eingetreten, insbesondere im vergangenen strengen Winter. 

Der Kanton Graubünden sei zurzeit immer noch frei von der Tierseuche Tuberkulose. Damit dies so bleibe, werde das Fütterungsverbot im entsprechenden Gebiet um drei Jahre bis 31. August 2021 verlängert. Detaillierte Informationen finden Sie hier

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