4.08.2020 13:19
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Wolf
Graubünden: Weiteres Wolfsrudel
Im Kanton Graubünden wurde das siebte Wolfsrudel entdeckt. Dieses lebt im Albulatal und umfasst mindestens 6 Welpen.

Die Wolfspopulation im Kanton Graubünden wird immer grösser. Nun wurde im hinteren Albulatal durch die Wildhut ein weiteres Rudel bestätigt. Dieses umfasst gemäss Angaben des Amts für Jagd und Fischerei mindestens sechs Welpen. 

10 Wolfsrudel schweizweit

Mit dem neuen Rudel sind nun zusammen mit dem Morobbia-Rudel an der Kantonsgrenze zum Tessin sieben Rudel bestätigt, welche ihre Streifgebiete im Kanton Graubünden haben. Vier der Rudel haben sich auf der Surselva niedergelassen.

Insgesamt leben im Kanton Graubünden 35 bis 40 Wölfe. 2019 kamen insgesamt 17 Jungwölfe zur Welt. Zudem gab es im vergangenen Jahr 711 Wolfsbeobachtungen. Mit dem neuen Bündner Rudel sind schweizweit total zehn Rudelbildungen gezählt worden. Zwei Rudel halten sich auf im Wallis, eines durchstreift den Waadtländer Jura. Vermutet wird, dass aktuell rund 80 Wölfe in der Schweiz leben.

Bauern wandten sich an Bundespräsidentin

In den vergangenen Wochen und Monaten haben Landwirte beobachtet, dass die Mutterkühe seit der Präsenz der Wölfe unruhiger sind. Die Tiere würden wegen das an den Tag gelegten Abwehrverhaltens aggressiver, warnen sie. Die Landwirte aus der Region haben sich in einem offenen Brief an Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga gewandt. 

Mehrere Wochen später hat sie den Bauern in einem Schreiben geantwortet. Sie nehme die Sorgen der Landwirte sehr ernst. Sie hat das Schreiben der Landwirte an das Bundesamt für Umwelt (Bafu) weitergeleitet. «Das Bafu hat sich bei der Beratungsstelle für die Landwirtschaft (BUL) über die bestehenden Instrumente zur Lösung solcher Probleme erkundigt. Die Arbeitsgruppe «Rindvieh und Grossraubtiere» nimmt sich gezielt der Bündner Probleme an», versprach die Bundespräsidentin.

Gemeinde wollen keine Unfälle

Die Gemeinden in der Surselva wollen aber nicht so lange warten. Sie erwägen, einzelne Wander- und Bikewege zu sperren, berichtete Radio SRF Anfang Juli. Die Behörden befürchten, dass durch Wölfe verunsicherte Kuhherden für die Menschen eine Gefahr darstellen könnten. «Wir wollen einfach nicht, dass es zu Unfällen kommt», sagte Duri Blumenthal, Gemeindepräsident von Lumnezia, zu SRF. Sollten sich die Kühe aggressiv verhalten, würde die Gemeinde mit Warntafeln darauf aufmerksam machen. «Wir leisten aber nicht Polizeidienst», so Blumenthal.

Bisher wurden noch keine Wanderwege gesperrt. Doch nun sind auch Tourismusorganisationen besorgt. Sie hoffen, dass keine Sperrungen geben wird. «Wir wissen um die Wolfsproblematik. Das ist ein Problem für die Landwirtschaft und somit auch für den Tourismus», sagte Kevin Brunold von Surselva Tourismus zu SRF.

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