24.10.2013 15:05
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Tierquälerei
Grosse Dunkelziffer bei Katzen-Quälereien
In der Schweiz leben rund 1,4 Millionen Katzen - mehr als doppelt so viele wie Hunde. Trotzdem wurden im vergangenen Jahr nur 82 Strafverfahren gegen Katzenquäler geführt. Die Stiftung Tier im Recht vermutet angesichts dieser tiefen Zahl eine enorm hohe Dunkelziffer misshandelter Katzen.

Schweizer Strafbehörden befassen sich verhältnismässig selten mit Delikten gegen Katzen: In den vergangenen Jahren wurden durchschnittlich nur zwischen 60 und 80 Fälle registriert. Gleichzeitig führten die Behörden jährlich mehrere hundert Verfahren, bei denen Hunde die Opfer waren. 

«Bei Katzen gibt es oft massive Tierschutzverstösse», sagte Christine Künzli von der Stiftung Tier im Recht. Doch zu Verfahren komme es selten. «Misshandlungen von Katzen werden häufig bagatellisiert.» Anders als Hunden spreche man Katzen Selbständigkeit zu und dass sie für sich selber schauen könnten. 
 
Die Katzen-Haltung sei in der Tierschutzverordnung zudem nur rudimentär geregelt, ganz im Gegensatz zur Hundehaltung. «Katzen werden gesetzlich quasi ignoriert.» Kommt es doch zu einem Verfahren, stufen die Behörden Delikte häufig als Übertretung ein, obwohl gemäss Künzli «klar ein Vergehen vorliegt». 

Katze im Tiefkühler und in der Waschmaschine 

Die an Katzen begangenen Delikte sind gemäss der Stiftung häufig von auffallender Brutalität. Beispiele sind der Mann, der ohne ersichtlichen Grund eine Katze mit seinem Gehstock erschlug, oder die Frau, die ihre zwei Katzen im Tiefkühler erfrieren liess. 

In einem weiteren Fall duschte ein Halter seine Tiere ab und drückte sie danach auf einen heissen Radiator, um sie zu trocknen. Die Tiere erlitten schwere Verbrennungen. Im Kanton Genf sperrten drei Jugendliche eine Katze in eine Waschmaschine und liessen diese über vier Minuten laufen. Den Überlebenskampf filmten sie mit dem Handy.

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