6.04.2019 10:43
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Tierschutz
Gute Gesetze, schlechte Umsetzung
Im März 2018 traten verschiedene Änderungen der Tierschutzverordnung (TSchV) in Kraft. Neue Bestimmungen zur Deklarationspflicht für Heimtiergehege und Informationspflicht bei Verkaufsinseraten für Hunde traten in Kraft. Der Schweizer Tierschutz ist in beiden Fällen nicht zufrieden.

Heimtiergehege würden weiterhin ungenügend oder falsch deklariert oder ohne zureichende Tierhaltungsinformationen der Käuferschaft angeboten. Und durch lasche oder völlig fehlende Kontrollen ermöglichten es viele Internetplattformen skrupellosen Hundehändlern nach wie vor, ihren unlauteren Geschäften nachzugehen, wie in einer Medienmitteilung des Schweizer Tierschutzes (STS) steht.

Hundehandel im Schutz der Anonymität


Mit dem Inkrafttreten der revidierten Tierschutzverordnung wurden vollständige Adressangaben des Verkäufers sowie Informationen zur Herkunft der Hunde Pflicht (Art. 76a TSchV).

Der STS hat überprüft, inwiefern die TSchV berücksichtigt wurden und kam zum Schluss, dass die Mehrheit der Inserate die Vorgaben nicht erfüllen und gegen das Gesetz verstossen.

Keine Informationen beim Gehegeverkauf

Für gewerbsmässige Verkäufer von Heimtiergehegen sieht die Tierschutzverordnung seit März 2018 eine Informationspflicht vor (Art. 111 Abs. 2 TSchV). Diese verlangt vom Anbieter Massangaben aufzuführen, den Verwendungszweck der Gehege zu deklarieren und Käufer über die geltenden Rechtsvorschriften zu informieren.

Wie Recherchen des STS zeigen, waren die überprüften Gehegebeschriebe mit Hinweisen zur Zielart versehen, jedoch waren die Angaben nur in 43% der Fälle korrekt. Bei mehr als einem Drittel der Anbieter waren nicht nur die Gehegedeklaration ungenügend, es fehlte gleichzeitig auch an Hinweisen zu Haltungsvorschriften, wie der STS in der Medienmitteilung weiter schreibt.

Vollzug ist gefordert

Der STS fordert die Betreiber der Inseratplattformen wie auch die Gehegeanbieter dringend auf, unverzügliche Schritte einzuleiten, um den neuen Anforderungen der TSchV nachzukommen. Vor allem seien aber die Vollzugsbehörden gefordert. Gesetzesverstösse müssten zwingend Konsequenzen nach sich ziehen. Denn nur so könne wirklich zur Verminderung von Tierleid beigetragen werden.

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